Vergleich mit EU-Ländern
Tabelle mit Übersicht: So schneidet Deutschland beim Mindestlohn im Europa-Vergleich ab
- VonLaura Bernertschließen
In Deutschland liegt der Mindestlohn seit 2025 bei 12,82 Euro. Wie schneidet die Bundesrepublik im Vergleich mit den EU-Ländern ab?
Vor zehn Jahren wurde er in Deutschland eingeführt: der gesetzliche Mindestlohn. Seither wurde er immer wieder erhöht. 2015 mussten Arbeitgeber mindestens 8,50 Euro pro Stunde an ihre Mitarbeiter bezahlen, seit Jahresbeginn 2025 sind es bereits 12,82 Euro stündlich.
Mindestlohn im europäischen Vergleich: Auf diesem Platz landet Deutschland
Laut dem Statistischen Bundesamt werden fast 16 Prozent aller Jobs nach Mindestlohn vergütet (Stand: April 2024). Auch viele andere Länder in der Europäischen Union setzten auf den Mindestlohn. „In der EU gibt es Bestrebungen, die nationalen Mindestlöhne auf mindestens 60 Prozent des jeweiligen Bruttomedianverdienstes anzuheben“, erklärt das Statistische Bundesamt.
Die Löhne könnten also weiter steigen. In Deutschland hält das Statistische Bundesamt für April 2023 einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 24,59 Euro pro Stunde fest. Nimmt man diese Zahl als Grundlage, sind ungefähr 14,75 Euro Mindestlohn künftig für Arbeitnehmer drin.
Tabelle zeigt: So viel Mindestlohn gibt es in Europa – Länder im Überblick
Einige EU-Länder haben allerdings keinen Mindestlohn. Dazu gehören Schweden, Finnland, Italien, Österreich und Dänemark. Deutschland liegt mit den knapp 13 Euro Mindestlohn im EU-Vergleich weit vorne – aber nicht auf dem Spitzenplatz. Den hält ein Nachbarland, wie die Tabelle mit Informationen des Statistischen Bundesamts zeigt:
| Land | Gesetzlicher Mindestlohn (brutto pro Monat) |
| Luxemburg | 2571 Euro |
| Irland | 2146 Euro |
| Niederlande | 2134 Euro |
| Belgien | 2070 Euro |
| Deutschland | 2054 Euro |
| Frankreich | 1767 Euro |
| Spanien | 1323 Euro |
| Slowenien | 1254 Euro |
| Zypern | 1000 Euro |
| Polen | 998 Euro |
| Griechenland | 968 Euro |
| Portugal | 957 Euro |
| Litauen | 924 Euro |
| Kroatien | 840 Euro |
| Estland | 820 Euro |
| Tschechien | 755 Euro |
| Slowakei | 750 Euro |
| Rumänien | 743 Euro |
| Lettland | 700 Euro |
| Ungarn | 675 Euro |
| Bulgarien | 477 Euro |
Außer dem gesetzlichen Mindestlohn sind in manchen Branchen eigene Mindestlöhne üblich – beispielsweise in der Pflege. 2025 stiegen neben dem Mindestlohn auch andere Sozialleistungen. Studenten steht nun ein höherer Bedarfssatz pro Monat zu. Auch einige Arbeitnehmer, die nicht nach Mindestlohn bezahlt werden, können sich durch eine Änderung über etwas mehr Geld freuen.
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