Von Bio-Müll bis Restmüll

Fehler beim Mülltrennen: Diese Dinge macht fast jeder falsch

  • VonVanessa Lutz
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Altpapier, Plastik, Restmüll – wohin welcher Abfall genau gehört, fragen sich viele Deutsche regelmäßig. Manche Regeln scheinen für viele besonders überraschend.

Pizzakarton, Kassenbon, kaputte Trinkgläser– die Frage, wie genau man diesen Müll nun eigentlich entsorgt, dürfte bei vielen Menschen für Stirnrunzeln sorgen. Mülltrennung begegnet den Bürgern in Deutschland jeden Tag, und trotzdem bereitet sie vielen Kopfzerbrechen. Das belegen auch Zahlen: So werden beispielsweise laut dem „Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung“ bis zu 40 Prozent des Mülls im gelben Sack falsch entsorgt. Ab 2025 greift zudem eine wichtige Restmüll-Änderung: Manche Abfälle dürfen dann nicht mehr in die schwarze Tonne. Warum Mülltrennung oft keine leichte Angelegenheit ist und was fast alle falsch machen.

Mülltrennung in Deutschland: Das steckt dahinter

Laut Umweltbundesamt fallen bis zu 40 Millionen Tonnen Hausmüll jährlich an – und das nur in Deutschland. Je nach Wohnort gibt es eine blaue Tonne für Papiermüll. Die gelbe Tonne oder der gelbe Sack sind für Plastikmüll von Verpackungen und Co. gedacht. Biomüll gehört auf den Kompost oder in die Biotonne, Glas gehört je nach Farbe in den Container und fast alles andere kommt in den Restmüll.

Dass der Müll überhaupt getrennt wird, liegt daran, dass er möglichst wiederverwertet werden soll. Das allerdings funktioniert nicht, wenn die Abfälle unachtsam zusammengeworfen werden: Ist dies der Fall, kann der Müll in den Anlagen nicht getrennt werden und muss, gemeinsam mit dem Restmüll, verbrannt werden. In manchen Fällen aber trennen Menschen den Müll falsch, weil sie es nicht besser wissen. Und in so manchen Fällen ist tatsächlich nicht sofort klar, in welche Tonne, was genau gehört. Dazu zählen folgende Beispiele:

Fehler bei der Mülltrennung: So entsorgt man Kassenbons richtig

Einer dieser Fälle sind Taschentücher und Kassenbons. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass beides in die Papiertonne gehört. Aber Vorsicht: Beide Stoffe müssen in den Restmüll. Das liegt daran, dass Bons nicht nur aus Papier bestehen, sondern oft thermobeschichtet sind. Taschentücher gehören wegen des Naseninhalts, der an ihnen hängen bleibt, in den Restmüll.

Eine Faustregel hierzu lässt sich leicht merken: Besteht Abfall aus unterschiedlichen Materialien, die sich nicht voneinander trennen lassen, müssen im Restmüll entsorgt werden.

Fehler bei der Mülltrennung: So entsorgt man den Pizzakarton richtig

Hand auf‘s Herz: Wer hat sich nach einem gemütlichen Abend mit Pizza und Lieblingsserie nicht auch schon einmal gefragt, ob der Karton ins Altpapier oder in den Restmüll wandern muss? Naheliegend wäre zunächst, dass der Karton im Papiermüll entsorgt werden muss. Aber Achtung: Das gilt nur, wenn der Karton nicht vor Pizzafett trieft und auch sonst nicht zu stark mit Essensresten verschmutzt ist. Denn dann gehört der Karton in den Restmüll.

Fehler bei der Mülltrennung: So entsorgt man Glas richtig

Glas lässt sich besonders gut recyceln: Die Quote bei Grünglas beträgt laut Bundesumweltamt etwa 90 Prozent. Voraussetzung ist aber, dass das Glas auch im richtigen Container einsortiert worden ist. Landet auch nur eine geringe Zahl von falsch sortierten Gläsern in einem Container, kann keine der Flaschen mehr recycelt werden.

Es gibt aber auch Fälle, die für ziemlich viel Verwirrung sorgen können: Nämlich, wenn es für bestimmte Flaschenfarben keinen eigenen Container gibt. Die Antwort ist simpel: Solche Flaschen gehören ins Grünglas. Und gut zu wissen: Die Deckel müssen beim Altglas nicht abgeschraubt werden.

Fehler bei der Mülltrennung: So entsorgt man Joghurtbecher richtig

Wer kennt es nicht: Der letzte Rest Joghurt ist aus dem Becher ausgekratzt – und nun steht man ratlos vor dem Mülleimer. Wohin nur mit dem Joghurtbecher, dessen Verpackung aus mehreren unterschiedlichen Materialien besteht?

Der Becher selbst besteht aus Kunststoff und gehört dementsprechend in den Plastikmüll, also in die gelbe Tonne. In manchen Fällen besitzt der Becher außen ein Papieretikett – das muss entfernt und separat im Papiermüll weggeworfen werden. Den Aludeckel auf dem Becher, welchen man beim Öffnen aufreißt, sollte man ebenfalls vom Becher entfernen: Auch wenn Becher und Aludeckel beide in den gelben Sack gehören, bestehen sie aus unterschiedlichen Materialien.

Übrigens: Der Plastikbecher muss nicht zwingend ausgewaschen werden, bevor er im gelben Sack landen kann. Das nämlich übernehmen die Entsorgungsunternehmen, teilt das Umweltbundesamt mit. Wichtig ist lediglich, dass der Becher wirklich leer ist. Etwaige Joghurtreste gehören wiederum in den Biomüll.

Unterschiedliche Regeln für Mülltrennung in Deutschland

Viele Regeln und viele Ausnahmen – auf den ersten Blick könnte Mülltrennung ganz schön umständlich werden. Tatsächlich ist das System auch deshalb recht kompliziert, weil sogar innerhalb Deutschlands je nach Region ganz unterschiedliche Vorgaben herrschen. Das liegt daran, dass die Abfallentsorgung selbst in der Hand der jeweiligen Kommunen liegt und diese deutschlandweite Vorgabe unterschiedlich schnell umsetzen. Im Landkreis Hohenlohe zum Beispiel wird der Bio-Müll akribisch kontrolliert. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss Bußgeld zahlen.

Es kann auch passieren, dass je nach Ort gänzlich anderer Müll in die Tonne gehört. Wichtig ist dementsprechend, sich beispielsweise auf der Homepage der jeweiligen Kommune rund um die korrekte Mülltrennung zu informieren.

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