Minus für Beitragszahler

Millionen Arbeitnehmer betroffen: Diese Änderung führt zu Lohneinbußen

  • Adrian Kilb
    VonAdrian Kilb
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Arbeitnehmer in Deutschland müssen bald mehr von ihrem Lohn an den Staat abführen. Die Sozialversicherungsbeiträge sollen steigen. So wirkt sich das auf den Geldbeutel aus.

Zuletzt mussten vor allem Rentner in Deutschland finanzielle Einbußen verkraften. Etliche Krankenkassen haben ihre Zusatzbeiträge erhöht – was für die Ruheständler weniger Geld ab März bedeutete. Auch bestimmte Arbeitnehmer bekommen seit 2024 weniger Lohn und müssen mit mehr Nettoabzügen rechnen.

Jetzt kommt eine neue bittere Botschaft für eine große Personengruppe. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung werden in den kommenden Jahren rasant steigen. Zu dieser Einschätzung kommt der unabhängige Beirat des Stabilitätsrats, der die Haushaltsführung von Bund und Ländern überwacht. Die Abgabe-Lawine könnte bereits 2025 die Arbeitnehmer in Deutschland voll erwischen.

Millionen Arbeitnehmer haben bald weniger vom Lohn – Beiträge sollen steigen

„Schon im kommenden Jahr rechne ich mit einer Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um mindestens einen halben Prozentpunkt“, sagte der Beiratsvorsitzende Thiess Büttner der „Bild“. Bei einem Verdienst von 3.000 Euro brutto im Monat hätten die Arbeitnehmer damit weniger 7,50 Euro in der Tasche. Auf das ganze Jahr gerechnet fehlten den Menschen in Deutschland ganze 90 Euro. Bei einem Bruttolohn von 4.000 Euro müssten die Beitragszahler sogar jährlich mit 120 Euro weniger auskommen.

Der Blick auf den Gehaltszettel und die darauf verzeichneten Abzüge bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen.

Martin Werding von den Wirtschaftsweisen, dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, rechnet für 2025 mit einem Anstieg um bis zu 0,3 Punkte. In Regierungskreisen ist nach „Bild“-Informationen von einem Anstieg um bis zu 0,6 Prozentpunkte im kommenden Jahr die Rede. In den Jahren danach werde es zu weiteren Erhöhungen kommen, sagt Finanzexperte Büttner. 

Mit diesem Anstieg bei Kranken- und Pflegeversicherung müssen Arbeitnehmer rechnen

Bereits Ende März hatte der Vorstandschef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Andreas Storm eine ähnliche Schätzung abgegeben. „Wir müssen bei der Krankenversicherung zum Jahresanfang 2025 mit einem Beitragsanstieg von 0,5 Prozentpunkten rechnen und bei der Pflegeversicherung von 0,2 Punkten“, sagte Storm.

Anders als bei der privaten Krankenversicherung hängen die Beitragszahlungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht von den Leistungen, dem Alter und dem Gesundheitszustand ab. Hier richtet sich die Höhe der Beiträge alleine nach dem Erwerbseinkommen.

Auch anderweitig müssen Arbeitnehmer wohl bald mehr von ihrem Bruttolohn abtreten. Bis 2030 könnte der Pflegebeitrag um fast 50 Prozent steigen, schreibt die „Bild“ weiter. Um nicht am Ende ganz blank dazustehen, gibt es einen Steuer-Tipp für Arbeitnehmer, mit dem mehr Netto vom Bruttolohn übrig bleibt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Jonas Walzberg/Arno Burgi