Zinsen und Anlage durch Vermieter

Kaution als Geldanlage: Das sollten Mieter und Vermieter wissen

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Die Mietkaution als Geldanlage? Die Hinterlegung kann mehr, als nur eine Sicherheit für den Vermieter sein – Mieter können von den Zinsen profitieren.

Die Mietkaution ist für viele Mieter eine lästige Pflicht. Sie birgt aber auch Potenzial: Sie kann mehr als nur eine Sicherheit für den Vermieter sein. Richtig angelegt, kann die Mietkaution sogar zu einer kleinen Geldanlage für den Mieter werden. Warum das so ist, erklärt echo24.de.

Warum kann die Mietkaution mehr sein als Sicherheit für den Vermieter?

Die Zahlung einer Mietkaution ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber häufig im Mietvertrag vereinbart. In diesem Fall müssen Mieter und Vermieter die gesetzlichen Bestimmungen einhalten. Gesetzliche Grundlage für die Mietkaution ist Paragraf 551 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), wie „Zurich.de“ schreibt.

Die Mietkaution kann mehr, als nur eine Sicherheit für den Vermieter sein – Mieter können von den Zinsen profitieren. (Symbolbild)

Danach darf die Kaution höchstens drei Nettokaltmieten betragen und muss getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden. Die Zinsen aus dieser Anlage stehen dann dem Mieter zu. Warum also nicht das Beste daraus machen und die Mietkaution so anlegen, dass sie sich von ganz alleine vermehrt?

Welche Möglichkeiten gibt es zu Anlage der Mietkaution?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Mietkaution anzulegen:

  • Sparbuch: Die klassische Variante. Einfach, sicher, aber mit geringen Zinsen.
  • Tagesgeldkonto: Bietet höhere Zinsen als das Sparbuch und ermöglicht flexible Verfügbarkeit.
  • Festgeld: Für längere Laufzeiten und höhere Zinsen. Weniger flexibel, da das Geld für einen bestimmten Zeitraum gebunden ist.
  • Mietkautionsdepot: Eine moderne Alternative, bei der die Kaution in Wertpapiere wie ETFs angelegt wird. Bietet in der Regel höhere Renditen als traditionelle Sparkonten.

Mieter sollten nicht nur über die Mietkaution nachdenken, sondern auch den Mietvertrag ganz genau lesen, denn es gibt einige unzulässige Mietklauseln und Regeln, die der Vermieter nicht einfach aufstellen darf.

Wie wird die Mietkaution zur Geldanlage für die Mieter?

Vermieter und Mieter können bei der Anlage der Mietkaution zwischen verschiedenen Anlagemodellen wählen. Nach § 551 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die Mietkaution getrennt von seinem Privatvermögen und verzinslich anzulegen, um sicherzustellen, dass die Kaution insolvenzfest angelegt ist, schreibt „immowelt.de“. Stellt sich heraus, dass der Vermieter die Mietsicherheit nicht rechtmäßig angelegt hat, so hat der Mieter sogar Anspruch auf Ersatz des ihm daraus entstandenen Schadens, schreibt „kautionsfrei.de“.

Die Mietkaution ist also nicht nur eine lästige Pflicht, sondern kann auch eine Chance sein, das Geld zu vermehren. Mieter sollten deshalb unbedingt mit ihrem Vermieter absprechen, welche Anlageform sie wählen möchten. So kann die Mietkaution durch ihre Zinsen zur Geldanlage für die Mieter werden. Übrigens: Miete nicht bezahlt? Ab dann darf der Vermieter die Wohnung fristlos kündigen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Depositphotos

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