Im Supermarkt

Pfandflaschen überall zurückgeben? Was Kunden beim Leergut beachten sollten

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Mehrweg oder Einweg, Flasche oder Dose: Wer sein Leergut im Supermarkt zurückgeben will, muss einiges beachten. Denn nicht überall wird jede Sorte Pfand akzeptiert.

Vielleicht hat jeder diese eine Tüte zu Hause, in der sich die Pfandflaschen nach und nach ansammeln. Ist sie voll, wird es Zeit, das Leergut zum Supermarkt zu bringen. Dort schluckt der Automat dann Flasche um Flasche – den Kunden freut’s: Am Ende gibt es schließlich an der Kasse noch Geld zurück.

Mit dem Pfandsystem in Deutschland soll vor allem verhindert werden, dass leere Plastikflaschen und Getränkedosen als Müll in der Umwelt landen. Auf welche Art Behälter Pfand erhoben wird, berichtete echo24.de bereits. Doch darf auch wirklich alles überall einfach so abgeben werden? Oder können einige Supermärkte die Annahme bestimmter Pfandflaschen verweigern?

Einweg-Pfand zurückgeben: In diesem Fällen sind Händler zur Annahme verpflichtet

Im Prinzip ja, geht aus der Regelung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hervor – „entscheidend ist das Material“. Denn: Führt ein Händler lediglich Plastikverpackungen im Sortiment, muss er auch nur diese zurücknehmen, können Kunden bei ihm jedoch auch beispielsweise Pfanddosen aus Metall kaufen, können bei ihm jegliche Pfanddosen zurückgebracht werden, auch die anderer Marken. Seit Anfang 2024 zählen übrigens auch Milchverpackungen dazu.

  • Händler, die Pfanddosen führen, müssen diese auch zurücknehmen (auch Marken, die sie nicht im Sortiment führen)
  • Ausnahme: Geschäfte mit weniger als 200 Quadratmeter Verkaufsfläche müssen nur Marken zurücknehmen, die sie verkaufen
  • Auch Milchverpackungen aus Plastik sind seit 2024 bepfandet und müssen zurückgenommen werden
  • Kaputtes und zerdrücktes Leergut muss ebenfalls angenommen werden

Doch es gibt eine Ausnahme: Nämlich dann, wenn Geschäfte weniger als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche aufweisen, müssen sie nur Marken akzeptieren, die sie selbst anbieten. Ob die Flasche beschädigt ist oder nicht, ist jedoch in jedem Sinne egal. Lediglich das Pfandlogo muss erkennbar sein.

Wer sein Pfand abgeben will, muss gerade bei Dosen einiges beachten.

Pfandrückgabe im Supermarkt: Wann Händler keine Mehrweg-Flaschen annehmen müssen

Anders sieht das jedoch bei Mehrweg-Flaschen aus. Diese können nur in Geschäften zurückgegeben werden, wo sie auch verkauft werden. Außerdem waren Händler in der Vergangenheit nur dazu verpflichtet, Mehrwegverpackungen der gleichen Art, Form und Größe zurücknehmen, die sie auch selbst auch in Verkehr gebracht haben. Seit Juni 2023 können Kunden jedoch all ihre Pfandflaschen gesammelt in einem Geschäft zurückgeben – egal, wo sie sie gekauft haben.

Obwohl die Pfandrückgabe den Verbrauchern durch diese Regeln erleichtert werden soll, kommt es hin und wieder noch zu Ärgernissen am Pfandautomaten. In vielen Fällen hilft dann aber ein Gang zur Kasse oder dem zuständigen Personal. Vorsicht gilt übrigens auch für Sammler: Wer über einen bestimmten Betrag bei der Leergut-Abgabe kommt, muss sogar mit Steuern rechnen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb | Jens Büttner