„Flüssiges Gold“ wird knapp
Preisexplosion bei Lidl und Co.: Beliebtes Produkt bald doppelt so teuer?
Das „flüssige Gold“ aus dem Mittelmeerraum könnte seinem Namen bald alle Ehre machen – Olivenöl wird teurer und das Wetter spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Das spanische Olivenöl wird knapp. Die Ernte in diesem Jahr fällt wegen des extrem heißen und trockenen Sommers in Spanien gering aus. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gab es im Juni in Spanien eine Hitzewelle mit Tageshöchst-Temperaturen zwischen 35 und 43 Grad Celsius. Zu heiß und vor allem zu trocken für die Blüten der Olivenbäume.
Da die Ernten auch im letzten Jahr schlecht ausgefallen sind, gibt es kaum Lagerbestände. Auch andere Anbaugebiete bleiben von der Hitze nicht verschont. Italien verzeichnete nach DWD-Berichten schon Mitte Juli Temperaturen über 40 Grad Celsius. Das hat auch Auswirkungen auf Kunden bei Lidl, Kaufland und Co.: Olivenöl wird wohl deutlich teurer werden.
Hitze und miese Ernten: Beliebtes Produkt bei Lidl, Kaufland und Co. soll fast doppelt so teuer werden
„Wenn wir keinen sehr regnerischen Herbst erleben, erwartet die Organisation für Spanien eine sehr geringe Ernte“, berichtet der Bauernverband Asaja Alicante. Das und die Tatsache, dass Spaniens Oliven-Bauern bereits eine katastrophale Saison hinter sich haben, bedeutet, dass die Preise für Olivenöl in den Supermarktregalen in die Höhe schießen werden. Um 86,4 Prozent teurer als im gleichen Zeitraum des Jahres 2022 soll Olivenöl werden. Asaja Alicante geht sogar davon aus, dass der Preis in den kommenden Monaten weiter steigen wird.
So stark sind die Olivenöl-Preise in Deutschland bereits gestiegen
Die Verbraucherpreise für Olivenöl sind 2022 im Vergleich zu 2021 bereits um 12,6 Prozent gestiegen, berichtet das Statistische Bundesamt. 2021 stiegen die Olivenöl-Preise nur um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bereits im Juli zeigt sich ein deutlicher Preisanstieg zu den Vorjahresmonaten: Die Kosten für Olivenöl sind im Juli 2021 um drei Prozent gestiegen, im Juli 2022 um 16,3 Prozent und im Juli 2023 um ganze 22,2 Prozent.
Das „Bertolli Native Olivenöl Extra“ kostet nach Angaben der Websites bei Kaufland mittlerweile 22,88 Euro pro Liter. Bei Edeka sind es 16,98 Euro pro Liter. Das „Native Bio Olivenöl extra“ von Primadonna bei Lidl verteuert sich laut supermarktcheck.de im Vergleich von Juni 2020 zu Februar 2023 um rund 98 Prozent und kostet jetzt statt 6,06 ganze 11,98 Euro pro Liter.
Im Jahr 2023 ist einiges teurer geworden. Trotz steigender Preise kann mit ein paar einfachen Tricks beim Einkaufen Geld gespart werden. Beim Einkaufen kommt es preislich tatsächlich auch auf den Wochentag an – echo24.de verrät, an welchen Tagen der Einkauf im Supermarkt am teuersten ist.
Beim Einkauf Geld sparen: Welche Tipps und Tricks Verbraucher kennen sollten




Gestiegene Preise: Wer profitiert vom teureren Olivenöl?
Die spanischen Oliven-Bauern können selbst nicht von dem Preisanstieg profitieren, da sie laut dem spanischen Bauernverband Asaja selbst mit gestiegenen Kosten zu kämpfen haben. Bis zu 50 Prozent mehr müssen sie in diesem Jahr in eine Olivenpflanze investieren.
Die Olivenöl-Preise sind in Spanien bereits Ende 2022 stark gestiegen. Wie spanische Medien berichten, ist unter anderem eine frühzeitige Exportsicherung der Grund dafür. Die spanischen Händler haben langfristige Verträge mit den importierenden Ländern. Um den Olivenöl-Bedarf dieser Länder zu decken und ihre Einnahmen zu sichern, verkaufen die Händler 2022 und 2023 mehr Olivenöl aus Lagerbeständen, wodurch das Olivenöl in Spanien knapp wird. Außerdem möchten die spanischen Händler verhindern, dass die importierenden Länder sich für andere Exporteure entscheiden, die ihr Olivenöl billiger anbieten können. Spanien sieht sich also als Erstes mit den steigenden Preisen konfrontiert.
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