Deutschland auf Platz 8.

Neues Renten-Ranking: So schlecht schneidet Deutschland im Länder-Vergleich ab

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Im internationalen Ranking schafft es Deutschlands Rente nicht auf die ersten Plätze. Andere Länder schneiden deutlich besser ab. Woran liegt das?

Das Thema Rente wird in Deutschland immer wieder heiß diskutiert: Die Bundesregierung will am Rentenniveau von 48 Prozent festhalten. Doch das könnte zu Lasten der jüngeren Generation gehen. Auch das Renteneintrittsalter ist ein Dauerbrenner. Der Grund: Deutschland hat eine vergleichsweise hohe Altersgrenze, lässt aber begründete Ausnahmen zu, um früher in Rente zu gehen.

Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist das deutsche Rentensystem gerecht für die Versicherten. Doch warum schneidet die Bundesrepublik im internationalen Rentenranking dann so schlecht ab?

Neues Renten-Ranking: So schneidet Deutschland im internationalen Vergleich ab

Im europäischen Renten-Vergleich schneidet Deutschland bereits eher schlecht ab, wie echo24.de berichtet. Nun hat das „vorsorgeforum.ch“ ein weiteres Rentenranking veröffentlicht – diesmal im internationalen Vergleich. Auch diesmal schneidet Deutschland mehr schlecht als recht ab. Denn im sogenannten „Global Retirement Index 2024“ belegt die Schweiz den ersten Platz. Dicht gefolgt von Norwegen auf Platz 2 und Island auf Platz 3. Deutschland liegt mit einem nicht unerheblichen Abstand zur Spitze auf Platz 8.

Das sind die Top 10 Länder im internationalen Renten-Vergleich:

  1. Schweiz
  2. Norwegen
  3. Island
  4. Irland
  5. Niederlande
  6. Luxemburg
  7. Österreich
  8. Deutschland
  9. Dänemark
  10. Neuseeland

Gemäß dem Bericht sind alle Länder in den Top 10 „gute Allrounder“. Die Schweiz ist jedoch das einzige Land, das zum zweiten Mal in Folge in allen vier Teilindizes – Finanzen im Ruhestand, materieller Wohlstand, Gesundheit und Lebensqualität – unter den Top 10 rangiert. Vor allem in den Bereichen materieller Wohlstand und Gesundheit konnte es zulegen.

Deutschland hingegen ist erst in diesem Jahr auf Platz 8 vorgerückt. In den Jahren 2023 und 2014 lag die Bundesrepublik noch auf dem vorletzten Platz 9. Doch warum schneidet Deutschland vergleichsweise schlecht ab?

Deutschland schneidet in Renten-Ranking schlecht ab: Das sind die möglichen Gründe

Um die Finanzierbarkeit der Systeme zu sichern, haben viele Staaten die Altersgrenzen angehoben. In Frankreich können Senioren dennoch bereits mit 64 Jahren in Rente gehen, wie „growney.de“ berichtet. Auch in Deutschland erfolgt die Anhebung des Renteneintrittalters in gleichmäßigen Schritten. Die Regelaltersgrenze von 67 Jahren wird im Jahr 2031 erreicht, heißt es bei „bmas.de“. In Deutschland müssen die Menschen also deutlich länger arbeiten als in Frankreich.

Wie in den meisten anderen Ländern gibt es aber auch in Deutschland die Möglichkeit, die Altersrente unter bestimmten Voraussetzungen oder mit Abschlägen vorzeitig in Anspruch zu nehmen. Mit welchen Abschlägen die Jahrgänge 1959 bis 1964 rechnen müssen, wenn sie mit 63 in Rente gehen, hat echo24.de in einer Tabelle zusammengefasst. Bestimmte Ausnahmen können aber auch mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen.

Renten-Ranking: Die Schweiz ist das einzige Land, das zum zweiten Mal in Folge in allen vier Teilindizes – finanzielle Situation im Ruhestand, materieller Wohlstand, Gesundheit und Lebensqualität – unter den Top 10 rangiert.

Ein weiterer Punkt, der sich negativ auf das Ranking auswirken könnte, ist die Tatsache, dass Millionen Beamte nicht in das deutsche Rentensystem einzahlen müssen und später deutlich mehr Geld auf dem Konto haben als „normale“ Arbeitnehmer. Das macht das Rentensystem in Deutschland weniger gerecht. Außerdem liegt der Rentenbeitragssatz in Deutschland bei 18,6 Prozent des Bruttolohns. In der Schweiz dagegen nur bei 10,6 Prozent, wie Gesamtverband der Versicherer (GDV) berichtet.

Schweiz im Renten-Ranking auf Platz 1: Das ist anders als in Deutschland

Zudem reicht das Geld, das die Rentner in der Schweiz zur Verfügung haben, einer Umfrage zufolge, gut, um einen gepflegten Lebensstandard weiterzuführen. Zwei Drittel der Befragten können sich mindestens so viel leisten wie vor dem Ruhestand, wie „handelszeitung.ch“ berichtet.

In Deutschland mussten dagegen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2022 mehr als 25 Prozent der Rentner mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro auskommen. Für einige reicht die Rente im Alter nicht aus. Die Liste der möglichen Gründe, warum die Bundesrepublik zwar in den Top 10, aber auf den hinteren Plätzen landet, ist also lang.

Rubriklistenbild: © Ulrich Baumgarten / vario images

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