Geld im Ruhestand

Deutschlandweiter Vergleich: Hier müssen Rentner mit 1.200 Euro auskommen

  • VonLaura Bernert
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Millionen Rentner in Deutschland müssen mit weniger als 1200 Euro im Monat auskommen. Einige Bundesländer schneiden im Vergleich dabei am schlechtesten ab.

Die Rente ist ein Thema, über das sich viele Menschen im jungen Alter wenig Gedanken machen. Mit wie viel kann man als Senior also monatlich rechnen? Mit einer Tabelle kann das ganz einfach berechnet werden. Einige Menschen sollten sich jedoch auf Ernüchterung einstellen.

Denn Gutverdiener können, wenn sie nach 45 Arbeitsjahren alle Rentenpunkte ausgeschöpft haben, mit etwas mehr als 3000 Euro rechnen. Die Grundsicherung für Selbständige und Menschen, die weniger als fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, fällt dagegen deutlich geringer aus und liegt bei ungefähr 900 Euro monatlich.

Kleine Rente trotz langer Arbeitszeit: Wo es besonders wenig Geld im Ruhestand gibt

Nur 300 Euro mehr erhält rund jeder fünfte Deutsche im Ruhestand. Im vergangenen Jahr betraf das mehr als eine Million Menschen, die 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) auf Grundlage einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Sahra Wagenknecht, Chefin der nach ihr benannten Bundestagsgruppe BSW. Doch nicht überall in Deutschland sind gleich viele Menschen betroffen. In den ehemals ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil der Menschen mit kleiner Rente größer.

In Brandenburg beziehen rund 71.000 Senioren nach 45 Beitragsjahren sogar weniger als 1200 Euro. 212.000 Renter mit 45 Beitragsjahren liegen dort über den 1200 Euro. In Sachsen liegt das Verhältnis bei 145.000 zu 363.000, in Thüringen sind es 74.000 mit niedrigerer und 189.000 mit höherer Rente. In Baden-Württemberg gibt es auch große Unterschiede bei der Rente. Das Statistische Landesamt hat Zahlen herausgegeben, wo Männer am meisten Rente bekommen und wo am wenigsten.

So hoch ist die Rente im Durchschnitt in Deutschland

Doch wie viel erhalten Rentner nach 45 Versicherungsjahren im Durchschnitt in Deutschland? Bundesweit sind es 1604 Euro monatlich für Ruheständler. Doch auch beim Durchschnitt zeigt sich laut dpa der Unterschied zwischen West und Ost: Alle westdeutschen Bundesländer liegen jeweils im Schnitt über 1600 Euro. Der westdeutsche Schnitt beträgt 1663 Euro monatlich, während Senioren nach 45 Jahren einzahlen in die Rentenkasse im Osten 1471 Euro im Durchschnitt erhalten. Wer mit seiner Rente nicht zufrieden ist, kann auch nach dem Eintritt in den Ruhestand noch weiterarbeiten und sich damit etwas dazuverdienen.

Doch der Unterschied zwischen Ost und West wird verfälscht. Denn Sahra Wagenknecht hatte nur nach der Rentenhöhe von Menschen gefragt, die 45 oder mehr Arbeitsjahren in den Ruhestand gegangen sind. Betrachte man den gesamten Durchschnitt, wende sich das Bild, so die dpa. Im Osten sind die Durchschnittsrenten höher als im Westen, da viele Menschen länger einer bezahlten Arbeit nachgegangen sind, besonders Frauen. Westdeutsche Frauen haben häufig längere Arbeitspausen, Teilzeit und niedrigere Löhne hinter sich.

Rubriklistenbild: © Ulrich Baumgarten / vario images

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