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F-16-Kampfjets in Gefahr: Putin zerstört ukrainische Kampfflugzeuge – „viele Verluste“

  • Natascha Berger
    VonNatascha Berger
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Die ukrainische Luftwaffe steht nach intensivierten russischen Angriffen im Ukraine-Krieg unter Druck. In Erwartung der F-16-Kampfjets bereitet Putins Strategie Sorge.

Kiew – In wenigen Wochen dürfte Kiew im seit über zwei Jahren andauerndem Ukraine-Krieg erstmals auf die F-16-Kampfjets von westlichen Verbündeten zurückgreifen dürfen. Doch während die Lieferung der von Putin gefürchteten Mehrzweckkampfflugzeuge noch in diesem Sommer bevorstehen soll, verstärkt Russland die Angriffe auf die ukrainische Luftwaffe. Die Folge: herbe Verluste für die Ukraine und Bedenken, ob die F-16-Kampfjets ausreichend geschützt werden können.

Vor Ankunft der F-16-Kampfjets verstärkt Putin seine Angriffe auf die ukrainische Luftwaffe.

F-16-Kampfjets in Gefahr: Putins Truppen zerstören Ukraine-Kampfflugzeuge – Russland mit neuer Strategie

Um sich auf die Ankunft der erwarteten F-16-Kampfjets vorzubereiten, hat das ukrainische Militär bereits die Angriffe auf russische Flugabwehrsysteme deutlich intensiviert. So sollte die Luftverteidigung von Wladimir Putin geschwächt und sichergestellt werden, dass die teuren Mehrzweckkampfflugzeuge im Ukraine-Krieg möglichst lange dienen.

Doch auch Putin bereitet sich auf die Ankunft der F-16-Kampfjets vor. Am Montag (1. Juli) soll Russland mehrere ukrainische Flugzeuge zerstört haben – am Dienstag und Mittwoch folgten weitere Angriffe auf die ukrainische Luftwaffe.

Vor Ankunft der F-16-Kampfjets: Russland verstärkt Angriffe auf Luftwaffe – Verluste gemeldet

Laut Angaben aus Moskau will Russland bei dem Angriff auf den ukrainischen Militärflugplatz Myrhorod fünf Sukhoi Su-27 Kampfflugzeuge zerstört und zwei weitere schwer beschädigt haben. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht. Während das Portal Military Watch von zwei zerstörten und zwei schwer beschädigten Kampfjets durch eine russische Iskander-Rakete ausgeht, macht Kiew keine Angaben zu Verlusten. Der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Yuriy Ignat, schrieb auf Facebook: „Es gibt gewisse Verluste, aber nicht in dem Ausmaß, den der Feind behauptet.“

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Bereits am Dienstag soll laut dem US-Portal Newsweek der nächste ballistische Angriff auf den Militärflugplatz in der ukrainischen Oblast Poltawa erfolgt sein. Nach stundenlanger Überwachung durch Drohnen sollen Putins Truppen schließlich eine weitere Iskander-Rakete abgefeuert und damit einen ukrainischen Mil Mi-24-Kampfhubschrauber zumindest schwer beschädigt haben. Bei einem weiteren Angriff am Mittwoch, 3. Juli, auf den Luftwaffenstützpunkt Dolginzewo nahe der Großstadt Krywyj Rih habe die Ukraine ein weiteres Kampfflugzeug verloren.

„F-16-Kampjets der Ukraine werden zerstört, sobald sie eintreffen“: Putins Jagd auf Luftwaffe sorgt für Bedenken

Der amerikanische Militärkorrespondent David Axe schreibt bei The Telegraph, alle drei Angriffe auf die ukrainische Luftwaffe wären vermeidbar gewesen, hätte man die russischen Drohnen abgeschossen. Doch die Ukraine habe Schwierigkeiten, gleichzeitig Städte, Frontlinienbrigaden und gefährdete Luftwaffenstützpunkte zu schützen. Das ermögliche es Putins Truppen, mehr russische Drohnen ungehindert über die Ukraine fliegen zu lassen und Raketen gezielt abzufeuern. „Die neuen F-16-Kampfjets der Ukraine werden zerstört, sobald sie eintreffen“, vermutet der Journalist.

Ukraine will F-16-Kampfjets vor russischen Angriffen schützen – Maßnahmen wohl bereits in Planung

Ob dieses Szenario wirklich eintreffen wird, muss sich erst zeigen. Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe sagte laut Kyiv Post, man werde „alles tun“, um die Militärflugplätze künftig besser vor russischen Angriffen zu schützen. Maßnahmen, um die F-16-Kampfjets nach der Ankunft zu schützen, seien bereits in Planung. Einen gewissen Schutz könnten bereits die versprochenen Lieferungen von Waffen zur Luftverteidigung aus Deutschland, den Niederlanden und den USA darstellen. (nbe)

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