Angriff auf russischen Flugplatz

„Massiver Drohnenangriff“ gegen Putins Truppen – Ukraine zerstört offenbar mehrere Kampfjets

  • Paula Völkner
    VonPaula Völkner
    schließen

Mit Kampfflugzeugen beschießt Russland aktuell ukrainische Gebiete. Einige der Kampfflugzeuge sollen nun von ukrainischen Spezialeinheiten zerstört worden sein.

Rostow – Nachdem die Ukraine zuletzt bei Luftangriffen die russische Industrie beschossen und beschädigt hatte, hat eine ukrainische Spezialeinheit nun Berichten der ukrainischen Zeitung Ukrainska Pravda zufolge die russische Luftwaffe ins Visier genommen. Vom Sicherheitsdienst und Verteidigungskräften der Ukraine sei der Flugplatz Morozovsk im südrussischen Gebiet Rostow Flugzeuge der russischen Luftwaffe mit Drohnen angegriffen worden.

Unter Berufung auf Quellen aus ukrainischen Sicherheitsdiensten heißt es, mindestens sechs Flugzeuge seien zerstört worden. Auf dem Flugplatz sind demzufolge Flugzeuge der russischen Luftwaffe stationiert, mit denen Russland Gleitbomben auf Stellungen der ukrainischen Streitkräfte und an vorderster Front gelegene ukrainische Siedlungen abwirft. Weitere acht Flugzeuge seien nach dem ukrainischen Angriff schwer beschädigt.

Dieses Bild aus einem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Video zeigt Bodenkampfjets der russischen Luftwaffe, die während eines Einsatzes über der Ukraine Raketen abfeuern (Archivbild)

Ukrainischer Luftangriff auf russischen Flugplatz: 20 russische Soldaten getötet oder verletzt

Zuvor habe bereits der Gouverneur des Gebiets Rostow, Wassili Golubew, über einen „massiven Drohnenangriff“ über Telegram informiert, heißt es in dem Bericht weiter. Mehr als 40 Drohnen seien in Rostow von der eigenen Luftabwehr abgeschossen worden, wurde von russischer Seite mitgeteilt. Die Stadt Morozovsk liegt in Rostow.

Der Angriff auf den russischen Luftwaffenstützpunkt in der Nacht vom 4. auf den 5. April wurde laut Ukrainska Pravda von lokalen russischen Behörden bestätigt. Eine anonyme Quelle gab bekannt, dass bei dem Angriff rund 20 Angehörige des russischen Militärs getötet oder verletzt wurden. Unabhängig konnte der Bericht bisher nicht bestätigt werden.

Russland hat im Ukraine-Krieg zivile Infrastruktur als Angriffsziel

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs bombardiert und beschießt Russland ukrainische Gebiete bei Luftangriffen. Dabei greift Wladimir Putins Armee nicht nur gezielt Zivilistinnen und Zivilisten an, sondern versucht auch systematisch die Infrastruktur zu beschädigen. Im März 2024 bombardierte Russland das Energiesystem der Ukraine mit 151 Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Großstadt Charkiw erlebte infolge des Angriffs einen beinahe vollständigen Stromausfall.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Ukraine beschießt Ziele in Russland: Drohnenangriff auf russische Ölraffinerie und Drohnenfabrik

Am Dienstag (2. April) hatte Russland zuletzt Drohnenangriffe von der Ukraine auf russischem Gebiet gemeldet. Mehr als 1300 Kilometer hinter der russischen Grenze wurde eine Drohnenfabrik in der russischen Teilrepublik Tatarstan angegriffen. Später bestätigten ukrainische Geheimdienste gegenüber Medien, dass der Angriff von der Ukraine durchgeführt wurde.

Ein weiteres Ziel in der Nacht auf den 3. April war die drittgrößte Ölraffinerie Russlands in der Stadt Nizhnekamsk. Mit Angriffen auf russische Ölraffinerien sind laut Schätzungen zwischen 12 und 14 % der Raffineriekapazitäten Russlands lahmgelegt.

Im Dezember 2023 hatte es auf den Flugplatz Morozovsk im Süden Russlands schon einmal einen Angriff gegeben. Ukrainska Pravda berichtete damals unter Berufung auf eine anonyme Quelle, es sei „enormer Schaden“ verursacht worden. Die Ukraine hat im Mai 2023 damit begonnen, mit Drohnen Ziele auf russischem Territorium anzugreifen. (pav)

Rubriklistenbild: © Rusian Defense Ministry Press Service/AP/dpa