Bußgeld, Punkte und andere Kosten

Schon Sommerreifen auf dem Auto? Das droht Fahrern jetzt bei Glätte und Schnee

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
    schließen

Auf den Aprilsommer folgt ein eisiger Wintereinbruch: Bis in tiefere Lagen soll es Schneeregen geben, der Wetterdienst warnt vor Glätte. Doch was, wenn schon auf Sommerreifen gewechselt wurde?

Nachdem bereits Anfang April die 30-Grad-Marke geknackt und ein regelrechter Aprilsommer ausgebrochen ist, folgt in der zweiten Aprilhälfte nun das andere Extrem: Ein „fettes Kälte-Ei“ sorgt für Schnee-Alarm. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor glatten Straßen.

Im Herbst gilt für alle Autofahrer: Am besten nicht zu lange warten, mit dem Wechsel auf Winterreifen. Denn sobald der erste Wintereinbruch inklusive Schnee kommt, kann es schnell gefährlich werden. Autofahrer riskieren dann nicht nur Unfälle, sondern auch Bußgelder und andere Strafen.

„Situative Winterreifenpflicht“: Wer mit Sommerreifen bei Schnee fährt, riskiert Bußgelder

An sich ist das Thema Reifen-Wechsel und der richtige Zeitpunkt dafür nicht ganz einfach. Gesetzlich gibt es keine konkrete Vorgabe, von wann bis wann Winter- und Sommerreifen auf den Autos sein müssen. In Deutschland gilt jedoch für Autofahrer die „situative Winterreifenpflicht“, worauf der „ADAC“ aufgrund der aktuellen Wetterlage erneut hinweist. Diese Pflicht ist in § 2 Abs. 3 StVO verankert.

Rechtlich gesehen müssen Autofahrer daher bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen aufziehen, wenn sie ihr Fahrzeug bewegen wollen – unabhängig von der Jahreszeit. Bei Missachtung droht ein Bußgeld von 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Wer andere behindert, muss mit 80 Euro und ebenfalls mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Wer andere gefährdet, muss sogar mit hundert Euro Bußgeld rechnen.

Unfall mit Sommerreifen bei winterlichem Wetter: Das droht Autofahrern dann

Besonders ärgerlich wird es übrigens, wenn es zu einem Unfall kommt. Denn laut „bussgeldkatalog.org“ kann die Versicherung ihre Leistungen verweigern, „wenn das Fahren mit Sommerreifen im Winter als grobe Fahrlässigkeit eingestuft wird.“

Auch der „ADAC“ warnt: Bei einem Unfall wegen grober Fahrlässigkeit können die Leistungen in der Kaskoversicherung gekürzt werden. Zudem kann es mit der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung bei einem unverschuldeten Unfall Probleme geben, da man sich je nach Einzelfall ein Mitverschulden anrechnen lassen muss. Bei einem Unfall aufgrund der falschen Reifen drohen zusätzlich 120 Euro Bußgeld.

Wenn es nach dem Wechsel auf Sommerreifen plötzlich schneit und glatt wird – das rät der ADAC

Also: Sobald winterliche Verhältnisse herrschen, darf ausdrücklich nur noch mit Winterreifen gefahren werden. Die Faustregel „O bis O“ – also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren und von Ostern bis Oktober mit Sommerreifen – bietet zwar eine gute Orientierung, funktioniert aber nicht immer, wie das aktuelle Wetter zeigt.

Der ADAC rät daher allen, die bereits Sommerreifen aufgezogen haben, das Fahrzeug bei winterlichen Wetter- und Straßenverhältnissen stehenzulassen und zum Beispiel auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen. Andernfalls müssten die Winterreifen wieder aufgezogen werden.

Wechsel auf Sommerreifen: Wie lange sollte ich meine Winterreifen drauf lassen?

Prinzipiell gilt, lieber die Winterreifen etwas länger darauf zulassen. Denn andersrum gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, bei guten Straßenverhältnissen Sommerreifen auf dem Auto haben zu müssen. Allerdings: Wer im Sommer mit Winterreifen unterwegs ist, dem kann ebenfalls eine Mitschuld bei Unfällen drohen. Denn: Bei hohen Temperaturen können Winterreifen zu einem echten Sicherheitsrisiko werden, erklärt der „ADAC“. Sie verschleißen schneller und der Bremsweg verlängert sich deutlich. 

Übrigens: Wer die Reifen selber wechselt, sollte einiges beachten und sich auskennen. Denn: Schon der erste Fehler kann beim Autoreifen wechseln tödlich sein. Wem das ständige hin und herwechseln zu viel ist, sollte überlegen, auf Allwetterreifen umzusteigen.

Rubriklistenbild: © imago stock&people

Mehr zum Thema