Warnung vor Frost und Glätte

Turbulentes Aprilwetter in Baden-Württemberg: „Kälte-Ei“ sorgt für Schnee-Alarm

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Nach dem April-Sommer folgt nun der April-Winter: Im Schwarzwald liegt bereits Schnee, die Flocken-Grenze sinkt immer weiter – es bahnt sich „Schneeregen bis in tiefe Lagen“ an.

Von einem Extremen ins Nächste: Nachdem der April deutlich zu warm durchgestartet ist, ist es in der zweiten Monatshälfte „deutlich zu kalt für die Jahreszeit“, wie „Kachelmannwetter“ auf „X“ mitteilt. Und das, nachdem Anfang des Monats sogar ein neuer Hitze-Rekord geknackt wurde – mit satten 30,1 Grad am 6. April. Zwei Wochen später liegen die erwarteten Tageshöchstwerte regional rund um den Gefrierpunkt, dazu ist es ungemütlich, nass und kalt.

Und sogar der Schnee feiert sein Comeback: Bis zu 15 Zentimeter werden etwa im Schwarzwald erwartet. Wer jetzt denkt, die weißen Flocken fallen nur hoch oben in den Bergen, irrt. Denn: Die Schneefallgrenze sinkt Richtung Wochenende immer weiter, sogar „Schneeregen bis in tiefe Lagen“ ist laut Wetter-Experten möglich.

„Spätwinter nistet sich ein“: Schneefallgrenze sinkt – bis zu zehn Zentimeter Neuschnee

„Der Spätwinter nistet sich ein“, schreibt „Kachelmannwetter“ auf „X“. Während die Schneefallgrenze am Mittwoch noch bei 800 Meter lag, sinkt sie am Donnerstag auf 600 Meter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit ein bis fünf Zentimetern Neuschnee ab 600 bis 800 Metern. Lokal in höheren Lagen sollen bis zu zehn Zentimeter fallen. Dazu warnt der DWD vor „entsprechender Glätte“.

Zwischen zwei und zwölf Grad werden am Donnerstag in Baden-Württemberg erwartet. Dazu gibt es in tieferen Lagen Schauer, ab Mittag auch einzelne Gewitter mit teils stürmischen Böen. Wie die „Heilbronner Stimme“ berichtet, ist durch den April-Winter sogar Skifahren im Schwarzwald möglich.

Auch in der Nacht zum Freitag sollten Autofahrer besonders vorsichtig auf den Straßen sein – es muss mit Glätte durch überfrierender Nässe gerechnet werden und am Freitagvormittag mit weiterem Schneefall. Die Temperaturen sinken auf bis zu minus drei Grad. Der DWD warnt vor „verbreitet Frost in Bodennähe“ und einem „örtlichen Glätterisiko“.

„Fettes Kälte-Ei“ über Deutschland: Wetterdienst erwartet Schnee, Frost und Glätte

Auch am Wochenende geht es dann winterlich weiter: Die Tageshöchstwerte in Baden-Württemberg liegen am Samstag bei zwei bis zehn Grad. Regen breitet sich aus, in hohen Lagen schneit es. In der Nacht zum Samstag sinken die Temperaturen auf bis zu minus zwei Grad. Auch in der Nacht regnet es weiter, im Bergland weiterhin Schneefall. Örtlich muss mit Bodenfrost gerechnet werden. Wer während des „Aprilsommers“ die ersten Pflanzen auf den Balkon oder in den Garten gepackt hat, sollte diese vor der Kälte schützen.

DWD-Wettervorhersagen für Baden-Württemberg
Donnerstag2 bis 12 Grad, Schauer, vereinzelte Gewitter, im Bergland Schnee, nachts -3 bis 5 Grad, Frost in Bodennähe, örtlich Glätterisiko
Freitag2 bis 10 Grad, Regen, in hohen Lagen Schnee, Wind, nachts -2 bis 5 Grad, örtlich Bodenfrost, Schnee mit Glätte
Samstag3 bis 11 Grad, einzelne Schauer und kurze Gewitter, in höheren Lagen Schnee mit lokaler Glätte, Wind, nachts -4 bis 3 Grad, Schnee bis in die mittleren Lagen
Sonntag3 bis 11 Grad, Schauer, im Bergland Schnee, einzelne Gewitter, Wind, nachts -5 bis 2 Grad, im Bergland vereinzelte Schneeschauer

Wochenende wird winterlich: „Schneeregen bis in tiefe Lagen“

Quellwolken ziehen am Sonntag über den Südwesten, es gibt „kaum Sonne“. Stattdessen gibt es oft Schauer, die im Bergland als Schnee herunterkommen. Laut Dominik Jung könnte es sogar „Schneeregen bis in tiefe Lagen geben“. Ab Mittag gibt es vereinzelt Gewitter. Die Tageshöchstwerte liegen bei drei bis elf Grad.

Auch der Meteorologe Dominik Jung wirft in einem Video von „wetter.net“ einen Blick auf die aktuellen Prognosen. „Am Sonntagabend kommt hier ein fettes Kälte-Ei genau hier nach Deutschland“, erklärt der Meteorologe. Temperaturen von bis zu minus 35 Grad in einer Höhe von über fünf Kilometern Höhe strömen über Deutschland und sorgen in Bodennähe für eisige Temperaturen.

Winter-Einbruch in Baden-Württemberg: „Polare Kälte“ bleibt bis Ende April

Der April-Winter zieht sich bis in die neue Woche: Auch in der Nacht auf Montag sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt auf bis zu minus fünf Grad, im Bergland sind „noch vereinzelt Schneeschauer möglich“ und es kommt örtlich zu Glätte, erklärt der DWD.

Weiter schreibt „Kachelmannwetter“ auf „X“: „Die polare Kälte bleibt uns bis Ende April erhalten“. Bedeutet: Auch in der neuen Woche bleibt es ungemütlich und winterlich. Auf ein „Aprilsommer“-Comeback braucht also vorerst niemand zu hoffen.

Aber: Es geht wieder bergauf mit der Temperaturkurve. Wie in der Ensemble-Prognose für Stuttgart-Echterdingen des DWD zu sehen ist, steigen die Temperaturen Ende April wieder und bewegen sich wieder weiter weg vom Gefrierpunkt. Allerdings scheint der nächste Winter-Einbruch nicht weit entfernt. Wetterexperten warten zu den Eisheiligen erneut einen Temperatursturz. Eine klare Prognose, wie der Mai insgesamt werden soll, gibt der 100-jährige Wetter-Kalender.

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