Winter 2023/24

Winterreifen bei fast 30 Grad: Muss auch bei Herbst-Hitze gewechselt werden?

  • Tobias Becker
    VonTobias Becker
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Alle Jahre wieder steht der Reifenwechsel von Sommer- auf Winterreifen bevor. Doch gerade jetzt wird das Wetter einfach nicht kälter. Ergibt ein Reifenwechsel trotzdem Sinn?

Es ist Herbst und irgendwie doch nicht. Das Wetter in Baden-Württemberg liefert auch Anfang Oktober noch Sonne pur und sogar 30 Grad sollen möglich sein. Dabei sollte der Herbst eigentlich die kalten, dunklen Jahreszeiten einläuten. Findet Halloween nun im Freibad statt und muss St. Martin seinen Mantel noch teilen? Das sind eher scherzhafte Fragen mancher Menschen, viel wichtiger ist jedoch: Was passiert in diesem Jahr mit dem Reifenwechsel?

Winterreifen sind in Deutschland Pflicht, wenn...

Der Herbst wird als deutlich zu warm prognostiziert von Wetter-Experten. Erste Winter-Prognosen zeigen, dass Schnee vor allem in flachen Lagen wohl eher rar gesät ist. Für Autofahrer stellt sich nun die Frage, ob der Reifenwechsel überhaupt noch nötig ist. Schließlich sind Winterreifen, die entweder mit dem „M+S“- oder dem „Berg mit Schneeflocken“-Symbol versehen sind, ja eher für Schnee- und Matschwetter geeignet.

Winterreifen sind laut Reifen-Hersteller „Barum-Tyres“ spezielle für die optimale Fahrleistung bei kalten Temperaturen ausgelegt. Wenn es warm ist, haben die Autos mit Winterreifen einen längeren Bremsweg und höheren Rollwiderstand, warnt auch der ADAC. Doch in Deutschland gilt die Winterreifen-Pflicht, sonst gibt es Bußgeld, auch ein Punkt in Flensburg droht und im Fall eines Unfalls ist die Versicherung ein weiteres Thema.

Winterreifen trotz Herbst-Hitze? Das empfiehlt der ADAC Württemberg

„Bei Glatteis oder Schnee müssen Pkw Winterreifen aufgezogen haben. Anders ausgedrückt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Sommerreifen verboten“, erklärt auch „ADAC Württemberg“ auf echo24.de-Anfrage zur Winterreifen-Pflicht. Doch wann ist nun ein guter Zeitpunkt, um den Reifenwechsel durchzuführen.

Es ist und bleibt eine „knifflige Frage“ vor der Autofahrer aktuell stehen, wie „ruhr24.de“ berichtet. Als Faustregel gilt „O bis O“ – heißt: Von Oktober bis Ostern Winterreifen auf die Autos, von Ostern bis Oktober wiederum Sommerreifen.

Der Wechsel auf Winterreifen hängt von den Temperaturen ab.

Aber was ist nun, wenn die Herbstmonate alle deutlich zu warm werden und sogar der Winter seinen Einsatz verpasst, stattdessen aber im Frühjahr plötzlich Schnee fällt, wie auch in 2023? „ADAC Württemberg“ empfiehlt dennoch, die „Winterreifen im Herbst nicht zu spät aufzuziehen.“ Der Grund: „Das Wetter kann in der kalten Jahreszeit schnell umschlagen und dann sollte man darauf vorbereitet sein.“

Von O bis O als Faustregel – Vorsorge für alle Eventualitäten beim Reifenwechsel

Hier und da gibt es auch Experten, die empfehlen, dass es ab einer beständigen Temperatur unter sieben Grad allerhöchste Eisenbahn wird, die Reifen zu wechseln. „Sobald es im Herbst vor allem morgens und abends wieder kälter wird, sollte man auf Winterreifen wechseln, um gut gerüstet zu sein“, erklärt dazu „ADAC Württemberg“ gegenüber echo24.de. Logisch, denn schließlich sind das auch die Zeiten, in denen der Berufsverkehr stattfindet und gleichzeitig das Wetter oft gefährlich ist.

Wem die mögliche Strafe, die Experten-Hinweise und gesetzliche Regel noch nicht reichen, dem hilft vielleicht ein bisschen einfache Mathematik auf die Sprünge. „Bei 50 km/h hat man mit Sommerreifen auf Schnee einen doppelt so langen Bremsweg wie mit Winterreifen“, so der „ADAC Württemberg“.

Ob der Herbst nun Hitze bringt, deutlich zu warm berechnet wird und auch der Winter statistisch weitestgehend schneefrei bleibt, Winterreifen sind eine gute Wahl. „O bis O“ ist also die Faustregel, ein Termin sollte frühzeitig geplant werden, denn schließlich sind die meisten Werkstätten randvoll geplant beim großen Reifenwechsel-Ansturm im ersten O, dem Oktober. Wer die Reifen selber wechselt, sollte auf einige typische Fehler achten.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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