Dürre in Baden-Württemberg
Sommer 2023 von Hitze und Dürre geprägt: Landratsamt Heilbronn schlägt Alarm
VonTobias Beckerschließen
Das Dürre-Problem in Baden-Württemberg wird immer größer. Auch die Region Heilbronn ist betroffen. In den vergangenen Wochen gab es deutlich zu wenig Niederschlag.
Das Wetter in Baden-Württemberg zeigt sich seit Wochen von der sommerlichen Seite. Während die vielen Sonnenstunden für Freibad-Feeling sorgen, macht der fehlende Niederschlag auch der Region Heilbronn zu schaffen. Landwirtschaft und Natur benötigen den Regen. Doch bis auf den berühmten „Tropfen auf den heißen Stein“ ist der notwendige Regen nicht in Sicht. Das Dürre-Problem kann sich im Sommer 2023 deutlich verschärfen.
Trockenheit im Sommer 2023: Jetzt schon Wasser-Probleme
Der Sommer ist gerade wenige Wochen alt, doch schon seit Mitte Mai gab es in Baden-Württemberg phasenweise wochenlang keinen Niederschlag. Sommer durch und durch ist die Devise. Eine Hitzewelle aus Afrika kommend steht bevor, der Sommer 2023 wird von Experten schon als möglicher Jahrhundertsommer bezeichnet. Es soll zu warm werden, gleichzeitig viel zu trocken.
Die wenigen Gewitter und Schauer, die oft nur örtlich stattfinden, helfen kaum. Es gibt bereits Anfang Juli heftige Dürre-Sorgen in Baden-Württemberg. „SWR“ berichtet von zahlreichen Problemen. So ist ein Landwirt aus Weinsberg-Gellmersbach im Kreis Heilbronn auf Bewässerung bis zur Ernte der Gemüsepflanzen angewiesen, da seine Felder bis in die Tiefe ausgetrocknet sind.
Flüsse haben Niedrigwasser in der Region Heilbronn-Franken, heißt es beim „SWR“ weiter, weshalb Fische in Gefahr sind. In der Jagst haben es wohl Forellen und Eschen besonders schwer. Auf dem Kocher können teilweise Kanufahrten nicht stattfinden, wegen einer Verordnung. Der fehlende Regen sorgt an allen Ecken und Enden für Probleme. Der Landkreis Heilbronn warnt: „Aufgrund der Trockenheit der letzten Monate nehmen die Wasserstände in den oberirdischen Gewässern des Landkreises Heilbronn kontinuierlich ab.“ Doch was passiert, wenn es so weiter geht?
Dürre und Wassermangel in der Region Heilbronn? Pools und Gartengießen in Gefahr
Folgen für die Natur und Landwirtschaft werden immer heftiger, auch private Einschränkungen drohen. So könnte in Untereisesheim (Heilbronn) das Befüllen von privaten Pools und Gießen im Garten bald verboten werden, wie die „Heilbronner Stimme“ berichtete. Denn schon im Mai wurde dort „eine Allgemeinverfügung für ein vorsorgliches Verbot der Wasserentnahme“ auf den Weg gebracht.
Auch die Stadt Heilbronn kann solche Allgemeinverfügungen erlassen. „Eine Allgemeinverfügung wird erlassen, wenn die Niedrigwassersituation die Bewirtschaftungsziele und den ökologischen Zustand der oberirdischen Gewässer durch weitere Wasserentnahmen massiv beeinflussen“, erklärt Volker Schoch, stellvertretender Leiter des Planungs- und Baurechtsamtes und Abteilungsleiter Umwelt- und Arbeitsschutz, gegenüber echo24.de.
Wasserknappheit in Baden-Württemberg: Diese Lösungen gibt es aktuell
Das Land Baden-Württemberg hat zudem eine „Strategie zum Umgang mit Wassermangel in Baden-Württemberg“ entworfen. Aber: Von einer Wasserknappheit wollte Mitte Juni kaum jemand etwas wissen. Auch die Stadtwerke Heilbronn haben damals auf echo24.de-Anfrage in Bezug auf eine mögliche Priorisierung bei Wasserknappheit erklärt: „Eine Priorisierung von Verbrauchern aufgrund eines Wassermangels gibt es nicht, da aktuell, wie auch zukünftig nicht mit einer Knappheit im Stadtgebiet Heilbronn zu rechnen ist.“
| Bundesland | Baden-Württemberg |
| Landeshauptstadt | Stuttgart |
| Ministerpräsident | Winfried Kretschmann |
| Bevölkerung | 11,07 Millionen |
Dazu erklärte eine Sprecherin, dass der mittlere Tagesverbrauch von Wasser sowohl im Mai als auch in der ersten Juni-Hälfte um bis zu vier Prozent niedriger war als noch im Vorjahr. Aber: Die Stadtwerke Heilbronn antworteten auch, dass „perspektivisch mit einer Steigerung zu rechnen“ sei. Eine mögliche Lösung: „Hierzu laufen derzeit die Planungen für die Ertüchtigung von Brunnen und einem neuen Wasserwerk. Die Umsetzung der Maßnahmen werden mittelfristig umgesetzt werden.“
Sommer 2023 von Hitze und Dürre geprägt? Landratsamt Heilbronn schlägt Alarm
Private Pools sind auch in Heilbronn inzwischen in Gefahr. Das Landratsamt Heilbronn warnt Anfang Juli vor Niedrigwasser und „empfiehlt allen Einwohnerinnen und Einwohnern einen eigenverantwortlichen, sparsamen und effizienten Umgang mit der Ressource Wasser“. Dazu wird auch nochmal erklärt, dass kurzer Starkregen, wie er häufig bei Sommergewittern auftritt, kaum Auswirkungen hat. Es benötigt „lang andauernde, ergiebige Niederschläge“, die derzeit nicht absehbar sind.
Der Sommer 2022 war bereits rekordverdächtig wegen der Dürre, in diesem Jahr droht es nochmal schlimmer zu werden. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir die gleiche Trockenheit, die wir in 2022 gehabt haben, [...] dieses Jahr nochmals bekommen, sogar noch extremer von den Auswirkungen her“, erklärt auch Andreas Frank, Biolandwirt aus Weinsberg-Gellmersbach, gegenüber dem „SWR“. Und der Sommer hat gerade erst begonnen...
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