Bauernregeln
Nebliger September – frostiger Winter? 100-jähriger Kalender liefert erste Schnee-Prognose
VonLisa Kleinschließen
Bauernregeln zufolge hat das Wetter im Sommer und Herbst auch Einfluss darauf, wie der Winter wird. Laut 100-jährigem Kalender gibt der September auch Aufschluss, wie viel Schnee fällt.
Anhand von Bauernregeln lassen sich grobe Vorhersagen über das Wetter treffen. Bauernregeln gibt es schon seit langer Zeit und sind größtenteils weit bevor es genaue Berechnungen durch Wettermodelle gab, entstanden. Auch heute noch sind viele bekannt – manche sind jedoch in Vergessenheit geraten. Mit den Bauernregeln wurde das Wissen über bestimmte Zusammenhänge zwischen verschiedenen Wetterlagen weitergegeben. Vor allem, um die Folgen von bestimmten Wettersituationen auf die Ernte vorhersagen zu können. So soll laut verschiedener Bauernregeln das Wetter im Sommer und Herbst Einfluss auf das Wetter im Winter haben, wie der 100-jährige Kalender verrät.
100-jähriger Kalender mit Schnee-Prognose: Diese Folgen haben das Wetter im August und September
Bereits das Wetter im August soll laut 100-jährigen Kalender Einfluss drauf haben, wie weiß der Winter wird. „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß“, lautet etwa eine Bauernregel für den August. Und: „Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter“, heißt es in einer anderen. Demnach dürfte uns wohl ein schneereicher und bitterkalter Winter 2024/2025 bevorstehen – denn der August ist mit einer Hitzewelle gestartet. Mitte August haben heftige Gewitter und Unwetter für Schäden in Baden-Württemberg gesorgt.
Darüber hinaus gibt es aber auch für den September einige Bauernregeln, die einen Zusammenhang zwischen dem Wetter im ersten Herbstmonat und dem Winter sehen. So heißt es bei dem 100-jährigen Wetter-Kalender:
- Viel Nebel im September über Tal und Höh’, bringt im Winter tiefen Schnee.
- Wenn im September viele Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.
- Im September die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel.
- Viel Eicheln im September, viel Schnee im Dezember.
- Wenn Bucheckern geraten wohl, Nuss- und Eichbaum hängen voll, so folgt ein harter Winter drauf, und es fällt der Schnee zuhauf.
- Donnert’s im September noch, wird der Schnee um Weihnacht hoch.
100-jähriger Kalender mit Prognose: Diesen Einfluss hat das September-Wetter auf den Winter
Bedeutet also: Zieht viel Nebel im September auf, könnte das viel Schnee bringen. Auch viele Spinnen im Herbst können ein Vorbote für einen „harten Winter“ sein. Auch ein genauer Blick auf Birnen, Bucheckern, Nuss- und Eichbäume könnte einen Hinweis darauf geben, wie kalt und schneereich der Winter 2024/2025 wird. Und: Gewittert es im September noch, soll es Weihnachten Schnee geben.
Und wie soll er nun werden, der September? Laut 100-jährigen Kalender beginnt der Monat mit viel Regen – und auch Gewitter ist dabei! Ob das als positives Signal für Schnee an Weihnachten reicht? Zum Nebel gibt der hundertjährige Kalender keine Prognose ab. Ob viele Spinnen kriechen und wie sich die Birnen- und die Nussbäume entwickeln, das liegt außerhalb des möglichen Vorhersage-Bereichs.
Schnee-Prognose im September: So weiß soll der Winter 2024/2025 laut 100-jährigen Kalender werden
Bei dem 100-jährigen Wetter-Kalender sind nicht nur Bauernregeln zu finden – sondern auch Prognosen für einzelne Monate oder sogar Tage. Demnach soll laut des hundertjährigen Kalenders ein Monat „sehr schneereich“ werden. Wer es kaum erwarten kann, für den gibt es sogar bereits eine erste Schnee-Prognose für Weihnachten.
100-jähriger Kalender
Der hundertjährige Kalender, auch Bauernkalender oder Wetterkalender genannt, liefert Vorhersagen und gibt Tipps für Ernte, Anbau und Garten. Der Kalender wurde im 17. Jahrhundert von einem Abt, Mauritius Knauer, verfasst. Er bezieht sich auf Erfahrungen und Beobachtungen.
Wobei allerdings angemerkt werden muss: Der 100-jährige Kalender basiert lediglich auf Beobachtungen und Erfahrungen. Bauernregeln bieten Orientierung und der hundertjährige Kalender gibt Einschätzungen ab, wie sich das Wetter entwickeln könnte. Doch selbst Langzeitprognosen sind für den Winter 2024/2025 aktuell noch nicht möglich – und schon gar nicht können verlässlich Vorhersagen für einzelne Tage getroffen werden. Wie viel Schnee es also geben wird, bleibt letzten Endes wohl eine Überraschung – denn selbst die Wettermodelle sind keine Schneekugel, anhand derer verlässlich in die Zukunft geschaut werden kann.
Rubriklistenbild: © Michaela Ebert

