Weniger Netto vom Brutto

Für Pflegegeld und Co: Versicherer müssen 2025 über 1000 Euro mehr zahlen

  • VonVanessa Lutz
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Auf einige Arbeitnehmer kommen 2025 Mehrkosten von über 1.000 Euro zu. Der Grund: Höhere Beiträge für die Pflegeversicherung und Co. Für wen wird es besonders teuer?

Für einige Verbraucher kommen 2025 einige Änderungen zu – insbesondere beim Geld. Während sich manche Arbeitnehmer wegen einer Änderung beim Netto-Lohn über mehr Gehalt freuen dürfen, müssen andere mit mehr Abgaben und weniger Netto vom Brutto rechnen. Eine Neuerung aber betrifft den Großteil der Deutschen: Die Beiträge für die Krankenkassen und die Pflege sollen steigen. Einige Erwerbstätige könnten dann bis zu 1.320 Euro mehr an Sozialabgaben zahlen müssen, errechnete „welt.de“ kürzlich.

Mehr Geld für die gesetzliche Pflege und Krankenkassen – Versicherte müssen tiefer in die Tasche greifen

Für die Beitragsexplosion im kommenden Jahr gibt es mehrere Gründe: Neben den Krankenkassen steht auch die Pflegeversicherung unter Druck: Im Raum steht derzeit eine Beitragserhöhung von bis zu 0,3 Prozentpunkten. In Zukunft werden die Leistungen also teurer, sodass Arbeitnehmer weniger Netto vom Brutto haben.

Der Grund für den deutlichen Anstieg der Sozialabgaben ist vor allem die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese bestimmt, bis zu welchem Einkommen die jeweiligen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung erhoben werden. Auf den Teil des Einkommens, der darüber liegt, sind keine Zahlungen fällig. Von der Änderung sind damit vor allem Gutverdiener betroffen. Das Positive jedoch: Ab 2025 erhalten die Pflegebedürftigen auch tatsächlich mehr Geld. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, richtet sich dabei nach dem Pflegegrad.

Änderung bei Krankenkassen: Für Beitragszahler wird es 2025 teurer

Für 2025 stehen zudem in der gesetzlichen und in der privaten Krankenversicherung erhebliche Beitragserhöhungen an. echo24.de zeigt, wie teuer dies laut ersten Prognosen werden soll. Laut dem „GKV-Spitzenverband“ gibt es in Deutschland etwa 75 Millionen gesetzlich Versicherte.

Dahinter steckt die Empfehlung des Schätzerkreises, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung um 0,8 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent des beitragpflichtigen Einkommens anzuheben.

Rechnerisch würde eine Erhöhung um 0,8 Prozentpunkte bei einem Einkommen von 3.000 Euro brutto im Monat zwölf Euro weniger netto bedeuten, berichtet die „Tagesschau“. Die anderen zwölf zahlt der Arbeitgeber. Erhöht eine Kasse den Zusatzbeitragssatz, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht.

Höhere Sozialabgaben und geänderte Beitragsbemessungsgrenzen: Diese Personen sind betroffen

Die Beitragsbemessungsgrenze soll bei der Kranken- und Pflegeversicherung von monatlich 5175 Euro auf 5.512,50 Euro steigen. Wie „welt.de“ berichtet, könnte der monatliche Beitrag für die Krankenversicherung von 422 Euro im Monat auf 471 Euro steigen. Das wären 588 Euro pro Jahr mehr als bisher. Bei der Pflege würden die Mehrkosten 168 Euro pro Monat betragen. Und das könnten folglich Mehrkosten von bis zu 1.320 Euro im Jahr bedeuten.

In der Praxis sind davon insbesondere Gutverdiener in Deutschland betroffen. Weniger als zehn Prozent der Deutschen verdienen mehr als 5.175 Euro pro Monat. Ab welchem Einkommen man in Deutschland zur Unter-, Ober- oder Mittelschicht gehört, zeigt diese Tabelle.

Darüber hinaus will die Bundesregierung die Beitragsbemessungsgrenze bei der Rente anheben. Statt bei 7.550 Euro soll sie künftig bei 8.050 Euro liegen. Vier Prozent der Erwerbstätigen mit den höchsten Einkommen wären hiervon betroffen. Damit könnte der maximale Rentenbeitrag 2025 von 702 Euro auf 749 Euro steigen. Das wären, auf ein Jahr gerechnet, zusätzlich 564 Euro.

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