Pflegeversicherung braucht mehr Geld

Pflegebeitrag steigt 2025: Was jetzt auf Arbeitnehmer und Rentner zukommt

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
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Der Bundesrat stimmt der Anhebung des Pflegebeitrags zu. Die Beiträge für die Pflegeversicherung wird ab 2025 teurer. Was müssen Beitragzahler wissen?

Ab dem 1. Januar 2025 wird die Pflegeversicherung in Deutschland erneut teurer. Grund ist der stetig wachsende Finanzbedarf in der alternden Gesellschaft, in der immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind. Die Beitragsanpassung soll sicherstellen, dass die gesetzlich vorgesehenen Leistungen weiterhin finanziert werden können, wie die Bundesregierung erklärt.

Erhöhung des Pflegebeitrags für 2025 steht fest: Bundesrat stimmt Anhebung zu

Der Bundesrat hat einer Anhebung des Pflegebeitrags um 0,2 Prozentpunkte zugestimmt. Damit steigt der Beitrag auf 3,6 Prozent des Bruttolohns für Versicherte mit einem Kind. Für Menschen ohne Kinder erhöht sich der Beitrag auf 4,2 Prozent, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) schreibt. In jedem Fall trage der Arbeitgeber 1,8 Prozent des Beitrags.

Familien mit mehreren Kindern profitieren von einer gestaffelten Reduzierung:

  • Zwei Kinder: 3,35 Prozent
  • Kinder: 3,1 Prozent
  • Vier Kinder: 2,85 Prozent
  • Fünf oder mehr Kinder: 2,6 Prozent

Warum wird der Pflegebeitrag 2025 erhöht?

Die Kosten der Pflegeversicherung steigen seit Jahren. Einige Gründe dafür sind:

  • Die wachsende Zahl von Pflegebedürftigen oft schneller als demografisch erwartet.
  • Höhere Ausgaben für Pflegekräfte, die dringend benötigt werden.
  • Finanzielle Belastungen durch die Corona-Pandemie.

Ohne die Beitragserhöhung drohe ein Defizit, das die Zahlungsfähigkeit der Pflegeversicherung gefährden könnte, erklärt die Bundesregierung die Anhebung des Beitrags. Die Beiträge für jeden Einzelnen steigen demnach, um die Sicherheit, die die Pflegeversicherung bieten soll, für alle gewährleisten zu können. Doch nicht nur die Beiträge zur Pflegeversicherung werden höher, auch Krankenkassen werden ab 2025 teurer. Die Zusatzbeiträge steigen sogar mehr als erwartet.

Kritik und Forderungen nach Reformen: Anhebung des Pflegebeitrags doch keine Lösung?

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen sieht die Erhöhung als kurzfristige Lösung. Verbandschefin Doris Pfeiffer warnte, dass das grundlegende Finanzierungsproblem der Pflegeversicherung ungelöst bleibt, wie „dpa“ berichtet. Auch der „Sozialverband VdK“ fordert eine umfassende Reform. Eine dauerhafte Lösung sei notwendig, um jährliche Beitragserhöhungen zu vermeiden.

Neben der Beitragserhöhung gibt es ab Januar 2025 auch positive Änderungen für Pflegebedürftige: Alle Pflegeleistungen werden angehoben. Dies wurde bereits im Rahmen der Pflegereform 2023 beschlossen und soll die Betroffenen ab 2025 finanziell etwas entlasten. Auch Pflegegrad 1 bekommt ab 2025 mehr Geld, obwohl es in dieser Stufe kein Pflegegeld gibt.

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