Rentenformel
Ernüchterndes Ergebnis: So viel Rente gibt‘s bei 3.500 Euro Bruttolohn im Monat
VonFabian Girschickschließen
Nach knapp 40 Jahren getaner Arbeit freuen sich viele Bürger auf ihren Ruhestand – und erhoffen sich eine möglichst hohe Rente. Doch wie üppig fällt diese tatsächlich aus?
Während die Bürgerinnen und Bürger in Rumänien laut einer Studie des „Roman Herzog Instituts“ durchschnittlich „nur“ 31,5 Jahre ihres Lebens im Beruf verbringen, müssen die Deutschen im Durchschnitt rund 39,3 Jahre lang arbeiten. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich relativ weit oben, was die Lebensarbeitszeit angeht. Nur in einigen wenigen anderen Ländern wie Island (45,4 Jahre) oder der Niederlande (43,2 Jahre) ist diese noch höher.
Demnach freuen sich viele Bürgerinnen und Bürger auf ihren Renteneintritt, der von verschiedenen Faktoren abhängig sein kann und unterschiedliche Zuschläge bereit hält. In der Regel können Personen, die ab 1964 geboren wurden, mit 67 Jahren in Rente gehen. Das Renteneintrittsalter orientiert sich am Geburtsdatum. Nur noch wenige Jahrgänge dürfen noch ohne Abschläge vor 67 in Rente. Zudem gibt es auch grobe Orientierungswerte, anhand derer die eigene Rente abgeschätzt werden kann.
Eine „Rentenformel“ kann Aufschluss über die Höhe der Rente geben
Laut der „Deutschen Rentenversicherung“ gibt es eine Formel, mithilfe derer die spätere monatliche Rente berechnet werden kann. Diese sieht wie folgt aus: Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor. Eine Tabelle zeigt, wer in der Rente wie viel Geld bekommt.
Die „Entgeltpunkte“ gelten dabei als wichtigster Wert. Dadurch wird jährlich der Verdienst mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen. Entspricht er exakt dem Durchschnittsverdienst, sei dies beispielsweise einen Entgeltpunkt wert.
Unter dem Zugangsfaktor versteht man die Zu- und Abschläge, die bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Gibt es hiervon keine, beträgt dieser Wert 1,0. Der „aktuelle Rentenwert“ ist der Gegenwert, der einem Entgeltpunkt entspricht. Dieser hänge von der aktuellen wirtschaftlichen Situation ab, betrage im Moment in Westdeutschland aber 37,60 Euro und in Ostdeutschland 37,60 Euro.
Beim Rentenartfaktor geht es darum, ob es sich um die Altersrente oder eine andere Art der Rente, zum Beispiel die Vollwaisen- oder Halbwaisenrente, handelt. Altersrenten haben den Wert 1,0, während er bei Halbwaisenrenten beispielsweise lediglich 0,1 beträgt.
Ernüchterndes Ergebnis nach 45 Jahren Arbeit: So viel Rente gibt es bei 3.500 Euro Bruttolohn im Monat
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie viel Rente eine Person erhält, die 45 Jahre lang für einem Bruttomonatslohn von 3.500 Euro gearbeitet hat. Hierfür nehmen wir einen Durchschnittsverdienst in Deutschland von 2024 (45.538 Euro), den Wert 1,0 für den Zugangs- und Rentenfaktor sowie den aktuellen Rentenwert von 37,60 Euro als Berechnungsgrundlage.
Das Ergebnis ist etwas ernüchternd, denn nach 45 Jahren getaner Arbeit beträgt die Monatsrente bei einem Bruttomonatsgehalt in Höhe von 3.500 Euro lediglich 1.566,74 Euro. Das Rentenniveau, also das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Durchschnittseinkommen bei einer Arbeitszeit von 45 Jahren, sei laut der „Allianz“ in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken. Während dieses im Jahr 2000 noch bei 52,9 Prozent lag, habe es sich seit 2014 bei etwa 48 Prozent stabilisiert.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar
