Achtung, Verwechslungsgefahr
Neue Diesel-Sorten ab 2024: Aus Versehen „XTL“ oder „B10“ getankt – was passiert?
VonLisa Kleinschließen
Ab dem Frühjahr sollen in Deutschland gleich zwei neue Spritsorten zu finden sein: „XTL“- und „B10“-Diesel. Nicht alle Autos sind dafür geeignet. Was passiert, wenn die neuen Kraftstoffe trotzdem getankt werden?
In Deutschland kommen einige Veränderungen auf Verbraucher zu: Vor allem wird einiges für Autofahrer teurer. echo24.de fasst zusammen, was auf Autofahrer 2024 zukommt. Auch an der Tankstelle bleibt nicht alles beim Alten: Tanken wird ab Januar teurer. Wer an die Zapfsäule fährt, muss künftig nicht nur beim Preis aufpassen: Im Laufe des Jahres sollen neue Spritsorten eingeführt werden: „XTL“- und „B10“-Diesel. Doch nicht alle Autos sind dafür geeignet. Was passiert, wenn aus Versehen eine der neuen Spritsorten getankt wird?
Zwei neue Diesel-Sorten an der Tankstelle ab 2024: Nicht alle Autos sind geeignet
Ab Frühjahr 2024 soll laut Bundesumweltministerium an rund fünf Prozent der rund 14.5000 Tankstellen in Deutschland eine der neuen Kraftstoffe zusätzlich angeboten werden. Autofahrer sollten genau wissen, ob ihr Fahrzeug für einen der neuen Kraftstoffe geeignet ist, denn nicht alle Diesel-Autos vertragen „XTL“ und „B10“. echo24.de berichtet, welche Autos für die neuen Spritsorten geeignet sind.
Je nach Halter können Autofahrer gegebenenfalls auch im Tankdeckel oder der Betriebsanleitung einen Hinweis entdecken, ob ihr Fahrzeug für einen der neuen Kraftstoffe geeignet ist. „Alle nicht nachgewiesen Diesel B10- oder XTL-verträglichen Fahrzeuge sollten ausschließlich die bisherige Dieselsorte Diesel B7 tanken“, erklärt das Bundesumweltministerium. Doch was, wenn aus Versehen doch die falsche Spritsorte getankt wurde?
Was sind „XTL“- und „B10“-Diesel?
„B10-Diesel“ hat einen höheren Biodieselanteil als „normaler“ Diesel. „B10“ ist Dieselkraftstoff aus Erdöl, dem bis zu zehn Prozent Biodiesel beigemischt werden dürfen. „XTL“ kennzeichnet paraffinische Dieselkraftstoffe. In der Regel wird damit „HVO100“ gemeint, also quasi „veredelte“ Pflanzenöle wie zum Beispiel Altspeisefette, erklärt der „ADAC“.
Das „X“ steht für eine Variabel, die durch eine Abkürzung des ursprünglichen Energieträgers getauscht werden kann. „TL“ steht für „to liquid“. Der „XTL“-Diesel kann zum Beispiel aus Erdgas (gas to liquid), Strom (power to liquid) oder etwa hydrierten Pflanzenölen (HVO = Hydrotreated Vegetable Oils) hergestellt werden.
Aus Versehen „XTL“- oder „B10“-Diesel getankt: Das müssen Autofahrer wissen
echo24.de hat beim „ADAC“ nachgefragt: Welche Schäden und Langzeitfolgen entstehen, wenn Autofahrer aus Versehen „XTL“- oder „B10“-Diesel tanken, obwohl das Fahrzeug dafür nicht geeignet ist? Die Antwort darauf dürfte für viele vermutlich etwas unbefriedigend sein.
Der „ADAC“ erklärt gegenüber echo24.de: „Zu möglichen Langzeitfolgen bei ,nicht freigegeben Modellen´liegen uns keine Kenntnisse vor. Nur dem Fahrzeughersteller sind mögliche Auswirkungen auf Fahrzeugbetrieb, Emissionen, Materialunverträglichkeiten, etc. im Detail bekannt, deswegen obliegt ihm auch die Freigabe“.
Der „ADAC“ empfiehlt: „Bei Unklarheiten sollten Autofahrer immer beim Hersteller nachfragen und sich die Eignung ihres Fahrzeugs für den jeweiligen Kraftstoff bestätigen lassen.“
Falsch getankt? Im Zweifel hilft nur noch Tank leerpumpen – was Autofahrer tun müssen
Generell gilt: Wer die Zapfhähne verwechselt, den falschen Kraftstoff tankt und den Motor startet, riskiert erhebliche Schäden am Fahrzeug. Problematisch wird es vor allem, wenn Diesel und Benzin verwechselt werden.
Laut „ADAC“ kommt es allerdings eher selten vor, dass aus Versehen Diesel statt Benzin im Tank landet. Denn: Der Einfüllstutzen ist bei Diesel deutlich breiter als bei Benzin. Das wird auch bei den neuen Spritsorten „XTL“- und „B10“-Diesel der Fall sein. Das Risiko, dass Diesel-Fahrer aus Versehen zur falschen Sorte greifen, ist dadurch deutlich höher. Die neuen Kraftstoffe sollen nach Einführung eindeutig gekennzeichnet sein.
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Wer falsch getankt hat, sollte den Motor auf jeden Fall aus lassen. Es empfiehlt sich, Rücksprache mit einer Werkstatt zu halten. Nach Absprache kann entweder vorsichtig weiter gefahren werden, oder aber der Tank muss leer gepumpt werden. Das kostet je nach Werkstatt und Tankgröße zwischen 150 und 200 Euro.
Nicht nur an der Tankstelle, auch auf den Straßen gibt es Neues: Dabei kann eine Bußgeld-Änderung für Autofahrer richtig teuer werden. echo24.de fasst zusammen, wie teuer die häufigsten Verstöße im Straßenverkehr laut Bußgeld-Katalog 2024 sind.
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