Prognosen und Vorhersagen
Milder Februar-Start: Bringt der Polarwirbel die Winterwende? Das sagen Experten
VonLisa Kleinschließen
Anfang Februar herrschen regional zweistellige Temperaturen – das Wetter ist so gar nicht winterlich. Von Schnee und arktischer Kälte gibt es keine Spur. Ändert sich das noch mal?
Die Temperaturen zum Monatswechsel sind mild. Der Februar startet regional mit zweistelligen Temperaturen und auch ein Blick auf den 14-Tage-Trend zeigt: Bis Mitte Februar bleibt es verhältnismäßig warm in Baden-Württemberg. Am ersten Wochenende des Monats fegt zudem ein Sturm über den Südwesten. Bis auf wenige Regentage bleibt es in den kommenden Tagen überwiegend trocken. Doch bedeuten die aktuell „vorfrühlingshaften“ Temperaturen nun das Winter-Aus?
Je nachdem, wie sich der Polarwirbel verhält, könnte es in Deutschland im Februar noch zu einem „Arctic Outbreak“ kommen. Doch die Betonung liegt auf „könnte“. Wie sieht die Wetterlage aus? Was sagen die Prognosen? In einem Video von „Kachelmannwetter“ wirft der Wetter-Experte Fabian Ruhnau einen genaueren Blick auf den Februar-Trend und macht den „Polarwirbel-Check“.
Februar startet sehr mild: Kommt dann die Winter-Wende? Ein Blick auf die Prognosen
„Wenn es nach dem aktuellen Langfristtrend geht, dann kommt da im Februar noch was“, schreibt „Kachelmannwetter“ auf „X“. Und weiter: „Wir bleiben aber erstmal skeptisch“.
Laut Fabian Ruhnau nimmt ab dem 10. Februar die Kaltluft wieder mehr Einfluss auf Deutschland, die Tiefdruck-Aktivität lebt auf. Das bedeutet eine „wechselhafte, unbeständige Woche“ Mitte des Monats. Davor bleibt es den Wettermodellen zufolge eindeutig überdurchschnittlich mild.
Winter-Endspurt! Neuer Februartrend und Polarwirbel-Check
— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) January 30, 2024
Wenn es nach dem aktuellen Langfristtrend geht, dann kommt da im Februar noch was. Wir bleiben aber erstmal skeptisch, Details im Video:https://t.co/X6BoLEUlzC
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Doch was bringt der restliche Monat? Prognosen zufolge soll der Februar „extrem zu nass“ werden. Ob der Niederschlag jedoch als Regen oder Schnee herunterkommt, hängt von den Temperaturen ab.
Sorgt der Polarwirbel für arktische Kälte im Februar? So steht es um den Winterbringer
Ein wahrer Winterbringer ist der Polarwirbel. Ist der instabil und bricht, kann arktische Luft bis nach Deutschland strömen und für einen heftigen Wintereinbruch mit eisigen Temperaturen und Schnee sorgen. Der Wetter-Experte Fabian Ruhnau blickt auf die Zonalwinde und den aktuellen Zustand des Polarwirbels. Demnach ist der Polarwirbel „relativ gesund“ – also stabil.
„Dann deutet sich aber wieder an, vor allem so um Mitte Februar, dass es zu einer erneuten starken Störung des stratosphärischen Polarwirbels kommt“, erklärt Ruhnau. Ob das jedoch letztendlich dazu führt, dass die Winde sich drehen und arktische Luft bis nach Deutschland strömt oder der Wirbel bricht, kann noch nicht gesagt werden.
Prognosen sollten mit „äußerster Skepsis“ betrachtet werden – Februar-Wetter bleibt ungewiss
Laut dem europäischen Wettermodell (ECMWF) könnte sich Mitte Februar wieder mehr Kaltluft nach Europa und Deutschland ausbreiten. „Nach aktuellem Stand der Modelle soll sich dann schon um Mitte Februar deutlich was tun“, erklärt der Wetter-Experte.
Auch der „NAO“-Index (der die Druckluftverhältnisse berechnet) deutet an, dass das Mittel „deutlich ins Negative rutscht. Interessant ist auch, dass das Mittel dann bis weit in den März negativ bleiben soll“, erklärt Ruhnau. Allerdings sind die Langzeitprognosen mit Vorsicht zu betrachten, es ist „äußerste Skepsis“ angebracht, schließt der Wetter-Experte ab.
„Eher unwahrscheinlich“: Wohl keine extremen Kältephasen im Februar
Das amerikanische Wettermodell „NOAA“ berechnet für den Februar eine positive Temperaturabweichung – der Wintermonat soll bis zu einem Grad zu warm werden, im Süden sogar zwei Grad zu warm. „Dass der Februar 2024 letztlich ein Kältemonat wird, ist eher unwahrscheinlich“, schreibt etwa „wetter.com“. Kalte Witterungsphasen sind natürlich dennoch möglich.
Ob es also ein Winter-Comeback im Februar geben wird, bleibt vorerst ungewiss. Der 100-jährige Wetter-Kalender hingegen gibt eine klare Prognose für den Februar ab. Demnach soll es Mitte des Monats zu Fasching sogar noch mal Schnee geben. Ob die Vorhersagen, beruhend auf Beobachtungen und Bauernregeln recht behalten werden, wird sich zeigen. Auch für den März gibt der 100-jährige Kalender bereits eine eindeutige Vorhersage.
Rubriklistenbild: © Michaela Ebert
