Abrechnung prüfen

Nebenkosten zu hoch: So können Mieter die Abrechnung prüfen

  • VonLaura Bernert
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Die Nebenkosten können je nach Wohnung variieren. Dadurch sind die Kosten schlecht vergleichbar. Wie Mieter dennoch den Überblick behalten können.

In Deutschland ist es üblich, Nebenkosten monatlich im Voraus zu zahlen. Dabei spielen etliche Faktoren eine Rolle. Denn je nachdem, womit im Haus geheizt wird oder ob es einen Aufzug gibt, können die Kosten ordentlich in die Höhe schnellen. Was Mieter in Deutschland durchschnittlich bezahlen müssen, hat echo24.de bereits aufgeschlüsselt.

Doch auch die Wohnungsgröße hat einen Einfluss auf die Nebenkosten. Denn oftmals werden Berechnungen pro Quadratmeter angestellt. Entsprechend bezahlen Mieter großer Wohnungen deutlich mehr, als wenn sie weniger Fläche zur Verfügung hätten.

Hohe Nebenkosten: So prüfen Mieter die Abrechnung

Doch woran erkennen Mieter, dass der Eigentümer der Wohnung viel zu viel Geld für die Nebenkosten verlangt? Eine Möglichkeit ist der Vergleich mit den durchschnittlichen Kosten. Wer nicht selbst rechnen will, für den gibt es ein einfaches Tool im Internet. Der Deutsche Mieterbund hat zusammen mit „co2online“ einen Betriebskostencheck auf die Beine gestellt.

Dort können Mieter ihre Daten eingeben und überprüfen, ob die Nebenkosten im Vergleich zu den übrigen deutschen Mietern auffällig sind. Dazu muss angegeben werden, ob es sich um ein Zweiparteien- oder Mehrfamilienhaus handelt. Außerdem sollten die Mieter wissen, auf welche Art und womit geheizt wird. Standort und Baujahr sind ebenfalls für die Prüfung der Abrechnung relevant.

Nebenkostenabrechnung prüfen: Hier finden Mieter Hilfe bei hohen Zahlungen

Außerdem muss jeweils bekannt sein, wie groß die gesamte beheizte Fläche des Hauses und die eigene Wohnung ist. Neben den Betriebskosten des Gebäudes und dem entsprechenden Abrechnungszeitraum sollten Mieter auch wissen, ob das Warmwasser zentral oder dezentral aufbereitet wird. Ist letzteres der Fall, dürfte es laut dem Vergleichstool nicht auf der Abrechnung auftauchen.

Doch nicht nur Heizung und Wasser nehmen einen Teil der Rechnung ein: Auch für Winterdienste, Tätigkeiten des Hausmeisters oder die Grundsteuer fallen Kosten an. Diese müssten auf der Abrechnung separat aufgeschlüsselt sein. Seit einer Änderung können Vermieter die Abrechnung auch digital versenden.

Mit den Nebenkosten sind Beiträge für den Hausmeister oder den Strom im Hausflur abgedeckt.

Sind alle Daten eingegeben, spuckt die Seite eine Analyse aus. Darin angezeigt werden die Nebenkosten pro Quadratmeter. Außerdem gibt es die Einordnung im Vergleich zu den übrigen Mietern in Deutschland. Anschließend sind alle Posten im Vergleich nochmal aufgeschlüsselt.

Zu hohe Nebenkosten: Hier bekommen Mieter Unterstützung

Der Kostencheck bietet zwar eine Einstufung, jedoch „keine verbindliche Überprüfung der Abrechnungen oder der einzelnen Kostenhöhen“, so Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund gegenüber der „Deutschen Presseagentur“ (dpa). Wer glaubt, eine besonders teure Nebenkostenabrechnung vor sich zu haben, kann die Seite nutzen, um sich auf eine Beratung bei Mietervereinen oder der Verbraucherzentrale vorzubereiten.

Wessen Abrechnung tatsächlich überdurchschnittlich hoch ist, braucht sich nicht zu große Sorgen zu machen. Solange rechtzeitig Widerspruch gegen die Abrechnung eingelegt wird, ist nichts in Stein gemeißelt. Mieter können laut Verbraucherzentrale sogar die Zahlung der aktuellen monatlichen Nebenkosten verweigern.

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