Auch Bundeswehr vor Ort

Eurofighter-Kampfjet stürzt bei internationaler Militärübung ab

  • Hannes Niemeyer
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Kampfjet-Drama bei einem Trainingsflug. Bei einer internationalen Militärübung ist ein Eurofighter abgestürzt. Auch die Bundeswehr war vor Ort.

Darwin – Kaum ein militärisches Gerät ist aktuell derartig gefragt wie der Kampfjet. Das liegt vorrangig an der großen Lieferung, die die Ukraine im Krieg gegen Russland aus den Nato-Staaten erhalten soll. Die Ausstattung Kiews mit den Kampffliegern vom Typ F-16 ist allerdings längst nicht unumstritten. Manche Experten behaupten, die F-16 kämen zu spät im Krieg. Ein Nato-General behauptet indes, die Lieferung der F-16 sei ein wichtiger Schritt der Ukraine zur „westlichen Doktrin“.

Jets wegen F-16-Lieferungen an Ukraine in aller Munde – internationale Militärübung probt Kampfflugzeug-Einsätze

So oder so, die Jets sind in aller Munde. Das veranlasste kürzlich gar auch Friedrich Merz dazu, ein Kampfjet-Machtwort in Richtung Olaf Scholz zu schicken. Ein Bundeswehr-General erklärte unterdessen, was die Ukraine für den schnellen Einsatz der F-16-Kampfjets benötigt. Geübt wird der Luftkampf, der im Kriegsfall eine so wichtige Komponente sein kann, derweil in vielen Ländern. So auch in Australien. Bei einer internationalen Militärübung, an der auch die Bundeswehr beteiligt war, kam es dort allerdings nun zu einem dramatischen Zwischenfall.

Ein Eurofighter der Luftwaffe (Symbolbild). Ein solcher Kampfjet des italienischen Militärs stürzte bei einer Übung ab.

Wie die australische Luftwaffe bestätigt hat, stürzte im Rahmen der Übung ein italienisches Kampfflugzeug ab. Genauer gesagt, ein Eurofighter des Typs 2000 Typhoon. Bei dem Trainingsflug im Rahmen der Übung „Pitch Black 24“ sei ein „unbekanntes Problem“ aufgetreten, hieß es in der Mitteilung des australischen Verteidigungsministeriums. Der Pilot konnte sich per Schleudersitz retten, sei „sicher und wohlauf“ – wurde aber trotzdem zur Überprüfung in ein Krankenhaus gebracht.

Bei internationaler Militärübung: Eurofighter-Kampfjet stürzt ab – Pilot kann sich retten

Laut dem Ministerium ereignete sich der Absturz gegen 10.45 Uhr Ortszeit (03.15 Uhr MESZ) nahe der nordaustralischen Stadt Darwin. Zu diesem Zeitpunkt habe der Pilot Kontakt zum Bodenpersonal aufgenommen. „Unser Sicherheitspersonal reagierte schnell und effizient auf die Situation und half, den Piloten zu sichern“, wird Air Commodore Peter Robinson am Rande der Übung zum Vorfall zitiert. Die Übung wurde bis auf Weiteres pausiert. „Für den Rest des Tages sind alle Flüge gestrichen worden“, hieß es. Auch die Deutsche Bundeswehr bestätigte den Vorfall und die Aussetzung der Übung.

Pitch Black findet alle zwei Jahre statt und simuliert komplexe Einsätze mit einer großen Zahl an internationalen Flugzeugen. Im Zuge möglicher Bedrohungen durch Russland, die kürzlich in der Ukraine große F-16-Sorgen auslösten und gar ein Kopfgeld auf F-16-Abschüsse ausriefen, scheint das Thema relevanter denn je. Es ist das erste Mal, dass die italienische Luftwaffe an der Übung teilnimmt. Das Land stellt dafür 21 Flugzeuge. Die Bundeswehr beteiligt sich nach eigenen Angaben mit fünf Eurofightern des Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ aus Ostfriesland. Die Übung dauert noch bis zum 2. August.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Kampfjet-Schreck bei internationaler Militärübung – Zwischenfälle mit Kampfflugzeugen keine Seltenheit

Derweil sind Zwischenfälle mit Kampfjets in jüngerer Vergangenheit keine Seltenheit. Immer wieder kommt es etwa an der Nato-Grenze zu Alarmstarts von Jets, etwa wegen russischer Kampfjets in neutralem Gebiet. Im Gegenzug hinderten kürzlich auch russische Kampfjets US-Bomber am Überfliegen der russischen Grenze. Die USA wiederum wagte im Gegenzug ein provokantes Manöver mit einem B-52-Riesenbomber in Russland-Nähe. (han)

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