Wohnungen zu teuer
Weniger Steuern statt Mietpreisbremse: Belohnung für Vermieter?
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Die Mietpreisbremse ist umstritten. In Baden-Württemberg könnte es bald eine andere Lösung gegen hohe Mieten geben. Steuervorteile sollen helfen.
Die Mieten in Deutschland sind teuer. Auf den Preis für die Wohnung kommen die Nebenkosten noch obendrauf. Damit werden die Kosten für Heizung, Wasser, Hausmeister und Co. abgedeckt. Im Verhältnis zum Gehalt sind die Mieten derzeit teurer. Deshalb bekommen viele Deutsche – bis zu einer gewissen Einkommensgrenze – Unterstützung durch Wohngeld.
Es gibt in Deutschland einige Versuche, hohe Mieten zu vermeiden. Neben dem Mietspiegel, der vorschreibt, wie stark die Mieten erhöht werden dürfen, soll auch die umstrittene Mietpreisbremse gegen erhebliche Preiserhöhungen arbeiten. Das funktioniert so: Wird ein neuer Mietvertrag abgeschlossen, darf die Miete nicht mehr als zehn Prozent über dem für den Ort üblichen Preis liegen.
Neue Lösung für hohe Mieten? Weniger Steuern für Vermieter
Ob die Mietpreisbremse angewandt wird, entscheidet die Landesregierung. In Baden-Württemberg stellt sich die Bauministerin Nicole Razavi (CDU) eine andere Lösung vor. Aus ihrer Sicht brauche es einen Steuervorteil für Vermieter, erklärte sie gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa): „Es braucht daher aus meiner Sicht auch für private Vermieter eine Steuerbefreiung für die Vermietung von Wohnraum unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete.“
Mit dem Steuertarif könne eine verbesserte Rechtsgrundlage für Mietspiegel geschaffen werden. Laut Razavi brauche es eine Belohnung für Vermieter, die ihre Wohnungen günstig anbieten. Der Vorteil solle in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Auf Mieteinnahmen fallen für Vermieter grundsätzlich Steuern zahlen. In der Steuererklärung können allerdings auch Mieter einige Kosten absetzen.
Ende der Mietpreisbremse: Steuervorteil für Vermieter kommt nicht überall gut an
Beim Deutschen Mieterbund kommt der Vorschlag der Ministerin laut dpa nicht gut an: Mit dieser Lösung werde man dem Wohnungsmarkt nicht gerecht. Denn gerade gewerbliche Vermieter würden ein Ende der Mietpreisbremse ausnutzen – einige hatten das bereits angekündigt. Bislang gilt die Mietpreisbremse auch nur bis Ende 2025 – eine Verlängerung war geplant, aber nicht umgesetzt worden.
Experten warnten, dass die Mieten im Jahr 2025 deutlich steigen könnten. Werden die Wohnungspreise unzulässig erhöht, sind Mietern allerdings nicht die Hände gebunden. Auch gegen zu hohe Nebenkosten-Abrechnungen können Mieter sich wehren.
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