Folgen für Geldbeutel
Änderungen 2025 mit Folgen fürs Konto: Wer erhält mehr, wer weniger Geld?
VonLisa Kleinschließen
Pflichtbeiträge und Kosten werden erhöht, Zuschüsse, und staatliche Unterstützungen und Löhne steigen – rund ums Geld gibt es 2025 einige Änderungen. Welche sich positiv und negativ auf das Konto auswirken.
Mit dem neuen Jahr kommen so einige Änderungen auf Verbraucher zu. Dabei gibt es viele Neuerungen, die sich auf den Geldbeutel der Deutschen auswirken – auf unterschiedlichste Art und Weise. So bleibt etwa weniger vom Gehalt übrig, weil die Krankenkassenbeiträge und auch die Beiträge für die Pflegeversicherung 2025 steigen – auf der anderen Seite erhalten etwa Pflegebedürftige oder auch Eltern im neuen Jahr etwas mehr Geld. Eine Übersicht, wo es 2025 mehr Geld gibt – und für wen weniger.
Mindestlohn in Deutschland steigt: So viel mehr Geld gibt es 2025
Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar von 12,41 auf 12,82 Euro pro Stunde. Auch in einigen Branchen können sich Menschen über ein Plus freuen. Ab dem 1. Juli steigt der Mindestlohn für Pflegefachkräfte auf 20,50 Euro, für qualifizierte Pflegehilfskräfte auf 17,35 Euro und für Pflegehilfskräfte auf 16,10 Euro.
Minijobber dürfen künftig nicht mehr nur 538, sondern 556 Euro im Monat verdienen. Die Jahresverdienstgrenze liegt bei 6.672 Euro. Für Auszubildende gibt es ebenfalls ein Plus. Die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr erhöht sich um 4,7 Prozent auf 649 Euro im Monat.
Auch der Mindestlohn für Leiharbeiter steigt 2025, wie echo24.de berichtet. Die Höhe des Bürgergeldes und der Sozialhilfe bleiben 2025 unverändert.
Mehr Geld: Renten steigen ab Juli 2025 – Zuschlag für Erwerbsminderungsrente wird ebenfalls erhöht
Steigen sollen die Renten zum 1. Juli. Rund 3,5 Prozent mehr lautet die offizielle Prognose für die Rentenerhöhung. Ganz sicher ist das aber noch nicht, denn erst im Frühjahr legt das Bundeskabinett je nach aktueller Konjunkturlage und Lohnentwicklung fest, wie die Renten tatsächlich steigen. Der Zuschlag bei der Erwerbsminderungsrente wird dann in dem Verhältnis ebenfalls zulegen.
Neue Einkommensgrenze für Elterngeld – Kindergeld steigt
Weniger Geld gibt es künftig für einige Mütter und Väter, die nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleiben. Das Elterngeld soll nur noch an Paare gehen, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 175.000 haben (bisher: 200.000 Euro). Diese neue Grenze gilt, wenn das Kind am oder nach dem 1. April geboren wird.
Ab Jahresbeginn steigt das Kindergeld auf 255 Euro – das sind fünf Euro mehr pro Monat und Kind. Der steuerliche Kinderfreibetrag wird um 60 Euro auf 6.672 Euro angehoben. Auch der Kindersofortzuschlag für Familien mit geringem Einkommen steigt um fünf Euro auf 25 Euro monatlich.
Mehr Wohngeld für Menschen mit niedrigen Einkommen – Kosten für Hausbesitzer verändern sich
Bürger mit niedrigen Einkommen bekommen einen höheren Mietzuschuss vom Staat. Das monatliche Wohngeld steigt zum Jahreswechsel durchschnittlich um 30 Euro oder 15 Prozent.
Ab Januar 2025 greift die Grundsteuerreform. Einige Hausbesitzer zahlen dann mehr, andere weniger. Die Höhe ist abhängig vom Grundstück, dem Gebäude darauf und dem kommunalen Hebesatz. Zwischen den deutschen Städten gibt es teilweise große Unterschiede. echo24.de erklärt, wie die neue Grundsteuer berechnet wird und was Hausbesitzer wissen müssen.
Steuer-Änderung 2025: Grundfreibetrag wird angehoben
Bei der Einkommensteuer wird zumindest eine durch die hohe Inflation drohende Erhöhung verhindert. Kurz vor Jahresende beschlossen Bundestag und Bundesrat den Ausgleich der kalten Progression.
Konkret wird der Grundfreibetrag um 312 Euro auf dann 12.096 Euro angehoben, also der Teil des Einkommens, der nicht besteuert wird. Die anderen Eckwerte des Steuertarifs werden um 2,6 Prozent verschoben, sodass höhere Steuersätze erst bei höheren Einkommen greifen. Auch die Freigrenze für den Solidaritätszuschlag wird angepasst. Nur die Grenze für die Reichensteuer, die noch über dem Spitzensteuersatz liegt, bleibt gleich.
Sozialbeiträge steigen: Krankenkassen werden 2025 teurer
Trotz der steuerlichen Entlastungen haben die meisten Bundesbürger laut Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft 2025 aber weniger Geld in der Tasche. Das liegt vor allem an steigenden Sozialbeiträgen.
Spürbar teurer werden dürfte die Krankenversicherung für viele gesetzlich Versicherte. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der als Orientierungsmarke für die Kassen dient, beträgt im kommenden Jahr 2,5 Prozent und damit 0,8 Prozentpunkte mehr als bisher. Eine Tabelle zeigt, welche Krankenkassen um wie viel Prozent ihre Beiträge erhöht.
Die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen ab Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Das Pflegegeld wiederum – also die Leistung für Bedürftige ab Pflegegrad 2, die zu Hause betreut werden – wird um 4,5 Prozent erhöht. echo24.de gibt einen Überblick, wie viel mehr Geld es 2025 je nach Pflegegrad gibt.
In der gesetzlichen Rentenversicherung werden künftig bis zu einem Monatseinkommen von 8.050 Euro Beiträge fällig. Wer mehr verdient, zahlt nur bis zu dieser Grenze Rentenbeiträge. Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung steigt auf 5.512,50 Euro pro Monat.
Mit Beitragserhöhungen rechnen müssen auch viele privat Versicherte. Nach einer Schätzung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung steigen die Kosten für rund zwei Drittel der Versicherungsnehmer im Schnitt um 18 Prozent.
CO2-Preis wird 2025 erhöht: Heizen und Strom könnten teurer werden
Teurer wird es auch in anderen Lebensbereichen. Ab dem 1. Januar wird der CO2-Preis von 45 auf 55 Euro pro Tonne erhöht, außerdem steigen die Netzentgelte. Das hat Folgen für Erdgaskunden: Heizen wird teurer. Laut Verbraucherzentrale muss sich ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden rein rechnerisch auf durchschnittlich 130 Euro Mehrkosten pro Jahr einstellen.
Zahlreiche Versorger wollen ab Januar aber trotzdem die Preise senken, weil sie nach der Energiekrise das Gas deutlich günstiger beschaffen können. Die Stromumlagen steigen 2025 ebenfalls. Auch hier kommt es darauf an, ob die Versorger sie weitergeben. Heizöl verteuert sich durch den angehobenen CO2-Preis ebenfalls: Eine Tankfüllung von 2.000 Litern kostet 64 Euro mehr als 2024.
Steigende Kosten für Autofahrer: Tanken und Kfz-Versicherung werden für einige teurer
Tiefer in die Tasche greifen müssen auch Autofahrer. Tanken wird 2025 teurer. Generell gibt es einige Änderungen, die 2025 auf Autofahrer zukommen. Wegen des neuen CO2-Preises kostet Benzin dem ADAC zufolge künftig knapp 3 Cent mehr pro Liter, bei Diesel sind es gut 3 Cent.
Mehr berappt werden musste bereits zuletzt für Kfz-Versicherungen. Laut Verivox kosten Neuverträge fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Ursache ist der starke Anstieg von Ersatzteilpreisen und Werkstattkosten. echo24.de berichtet, für wen die Kfz-Versicherung 2025 teurer wird – und welche Autofahrer 2025 weniger für die Kfz-Versicherung zahlen.
Bahnfahren, Briefporto und Rauchen wird teurer – Preise steigen 2025
Auch Bahnfahren kostet bald mehr. Sogenannte Flexpreise werden laut Bahn durchschnittlich um 5,9 Prozent teurer. Außerdem wird die Stornierung von Flexpreisen ab sieben Tagen vor dem 1. Geltungstag kostenpflichtig. Das Deutschlandticket wird teurer und kostet im kommenden Jahr nicht mehr 49, sondern 58 Euro.
Auch bei der Post gibt es 2025 eine Änderung: Das Briefporto für einen Standardbrief verteuert sich um 10 auf 95 Cent, auch der Versand von anderen Briefarten und Paketsendungen kostet künftig mehr.
Das gilt auch fürs Rauchen. Die Steuerlast auf eine übliche 20-er Zigarettenpackung steigt zum Jahreswechsel laut Branchenverband BVTE um durchschnittlich 15 Cent. In der Regel heben die Tabakunternehmen im Laufe des Jahres ihre Preise an. E-Zigaretten werden ebenfalls teurer.
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